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Aktuelles

Samstag, 3. März 2012

6. Tag der Archive - Tag der offenen Tür im Landesfilmarchiv

Am 3. März 2012 wird der 6. Tag der Archive bundesweit unter dem Motto Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen gefeiert, auch die Archive in Mecklenburg-Vorpommern präsentieren sich der Öffentlichkeit. Wollten Sie schon immer mal ein Filmarchiv von innen sehen? Im Landesfilmarchiv im Filmbüro in Wismar wird im Auftrag des Landes das filmische Gedächtnis des Landes bewahrt! Wir öffnen zum Tag der Archive unsere Türen und Kammern und laden Sie ein, die verwahrten filmischen Schätze zu erkunden und Geschichte hautnah zu erleben. Wir zeigen Ihnen den historischen Schneidetisch, die moderne Filmtechnik, uralte und alte Filmrollen, Teile der Sammlungen der Filmplakate und sonstigen Werbematerialien, das Findbuch und präsentieren ein historisches Filmprogramm auf der großen Kinoleinwand.

Führung durch die "Schatzkammer" des Filmarchivs

Die Führungen finden um 12:00 Uhr und 15:00 Uhr statt, sie sind kostenlos und dauern jeweils ca. 45 Minuten. Karl-Heinz Steinbruch, der verantwortliche Landesfilmarchivar, führt Sie durch die Räume und steht Ihnen für Fragen auch gern zur Verfügung. Wer mag, kann übrigens bei der Sichtung und Verzeichnung historischen Filmmaterials am Schneidetisch dabei sein. Erobern Sie das Archiv und seien Sie Detektiv der Geschichte!

Darüber hinaus haben wir für Sie auch eine Ausstellung zur Geschichte des Films im Allgemeinen vorbereitet. Eine Zusammenstellung aus Filmplakaten, Filmträgern in unterschiedlichen Formaten und vielem anderen mehr zur analogen Filmaufnahme, Filmbearbeitung und Filmprojektion. Gemäß dem diesjährigen bundesweiten Motto präsentieren wir auch zerstörtes Archivgut, entweder durch falsche Lagerung, chemische Zersetzung und mechanische Beanspruchung beschädigte Filme und andere Materialien.

Eine Rarität ist ein 6-minütiger Film von 1942 aus dem Stadtarchiv Wismar, dieser Film ist unmittelbar nach einem Bombenangriff auf Wismar gedreht worden und zeigt die Kriegszerstörungen und auch die Aufräumungsarbeiten. Tauchen Sie ein in Zeiten digitaler Aufnahme und digitalen Schnitts in die Anfänge des Mediums und seine noch gar nicht so alten Trägerformate und Techniken.

Um 17:00 Uhr laden wir zum historischen Filmvergnügen ein und zeigen einen Polizeiruf 110, der wurde 1988 unter dem Titel „Eifersucht“ in Wismar und auf der Insel Poel gedreht.

Filmszene am Alten Hafen in Wismar (1988)

Historisches Filmmaterial gesucht: Besitzen Sie vielleicht noch alte Filme, von denen Sie glauben, daß diese von allgemeinem Interesse sind? Wenn ja, dann bieten wir Ihnen die Möglichkeit der Kopierung und/oder Hinterlegung im Landesfilmarchiv sehr gern an. Ihre 16- und 35mm-Filme können Sie sich, je nach Andrang, sofort am Schneidetisch ansehen.

Der Tag der Archive wird seit 2001 regelmäßig durchgeführt, um die Archive in der Bundesrepublik Deutschland der Öffentlichkeit zu präsentieren. Veranstalter ist der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare – der zum sechsten Mal alle Archive Deutschlands aufgerufen hat, sich an diesem Tag zu beteiligen.

Durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs und den erschütternden Bildern der Zerstörungen des kostbaren Kulturgutes konnte eine verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz der Archive erreicht werden und viele Menschen sind daran interessiert, ein Archiv einmal von innen zu sehen.

Viel Arbeit für Archivare: Beschädigtes Archivmaterial

Zu retten?

Bei der Rettung

Gerettet

Und noch mehr Arbeit...

Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern im Filmbüro MV zur Verfügung, Telefon (03841) 618 100.

Hier geht's zum Flyer zum 6. Tag der Archive: Flyer ansehen

November 2011

Unser Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch auf einer Tagung in Münster

Am 17. und 18. November nahm der Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch an einer vom Medienzentrum für Westfalen in Münster organisierten Tagung zum Thema „Lebendige Vergangenheit – Der landeskundlich-historische Film im Archiv“ teil. >>> mehr


Oktober 2011

Perlen aus dem Landesfilmarchiv - Filmvorführung von "Kirche und Heimat" beim 5. Filmfest Wismar sorgte für lebhafte Diskussionen

Neben dem Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch standen dem sehr interessierten Publikum am Sonntag, den 9. Oktober im Kino im Filmbüo auch Dr. Bunners (früherer Pastor zu St. Georg in Wismar) und Dr. Wurm (Landeskirchliches Archiv in Schwerin) Rede und Antwort.

In einer kurzen Einführung in die Entstehung des Films aus dem Jahre 1932 wurde besonders darauf hingewiesen, daß dieser Film in einer um 10% kürzeren Version 1933 erneut zensiert wurde, wobei nicht gesagt werden kann, welche Stellen der Schere zum Opfer fielen. Danach wurden die im Bundesarchiv - Filmarchiv noch überlieferten vier (von fünf) Akte des noch 50 Minuten langen Films vorgeführt.

Im Anschluß gab Dr. Wurm eine Einführung in den Film über die staatliche und kirchliche Vereinigung beider Mecklenburg im Herbst 1933. Dr. Wurm hatte wenige Tage zuvor in seinem Archiv Quellen zur Finanzierung des Films gefunden und konnte somit erste Forschungsergebnisse vorlegen, die beweisen, daß der Film von 1933 - obwohl nicht durch die Reichsprüfstelle zensiert - eine Zeit lang als Teil 2 des Films von 1932 gelaufen ist. Dieser im Verhältnis zum vorherigen laienhaft hergestellte Film mit einer Länge von rund zehn Minuten wurde anschließend wohl das erste Mal seit mehr als 75 Jahren wieder in der Öffentlichkeit gezeigt.

In der Diskussion wurden besonders die innerkirchlichen Auseinandersetzungen diskutiert, wobei Dr. Wurm der Aussage im zweiten Film widersprach, daß die Kirche geschlossen hinter den neuen Machthabern stand. Er stellte dem gegenüber, daß das zwar für die Kirchenführung in Mecklenburg zutraf, die durchweg den Deutschen Christen zuzurechnen sei, die als eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung innerhalb der Evangelischen Kirche eine Art Deutsche Staatskirche schaffen wollte. Ihnen standen jedoch die Mitglieder der Bekennenden Kirche gegenüber, die den Status der Kirche beibehalten wollten. Die Mehrzahl der mecklenburgischen Pastoren gehörte der Bekennenden Kirche an. Dr. Wurm zeigte auch ein Foto von der Synode vom September 1933, die auch als "braune Synode" bezeichnet wurde, bei der bis auf zwei, drei Synodale alle in SA-Uniform vor die Kamera traten.

Andere Diskussionen wurden um die im Film gezeigte Kirchen- und Staatssymbolik geführt, zum Beispiel um die Hakenkreuzflagge und die Reichsflagge an der Rostocker Marienkirche. Hier konnte Dr. Bunners ergänzen, daß es der Kirche ab 1936 verboten war, die eigene Flagge (violettes Kreuz in Weiß) zu zeigen. Auch wurde die im ersten Film thematisierte Siedlungspolitik der Kirche diskutiert und die Frage gestellt, inwieweit diese Politik den Ruf nach Land im Osten vorweggenommen habe.

Es konnten auch noch gezeigte Bilder lokalisiert werden, die nun im Findbuch des Landesfilmarchivs MV erfaßt werden können. Denn der anwesende Ortschronist von Hohen Viecheln hatte in kirchlichen Unterlagen Hinweise darauf gefunden, daß in seinem Heimatdorf 1932 Filmaufnahmen stattfanden und konnte nun den Ort mit den interessanten und umfangreichen Aufnahmen zu dem Zwischentext "Kirche und Heimat an einem mecklenburgischen Dorftag" als Hohen Viecheln identifizieren.

In Planung ist eine gemeinsame Filmveranstaltung mit dem Stadtarchiv Schwerin, diese könnte am nächsten Archivtag in der Thomaskapelle im Schweriner Dom stattfinden.

 

Bedeutende Zugewinne am Filmbestand durch Deposita

Nachdem Ende Mai 2011 15 Filme des Amateurfilmstudios der Volksmarine Rostock übernommen werden konnten, die inzwischen verzeichnet und in den Bestand eingearbeitet wurden, wurde bereits einen Monat später der komplette Filmbestand des Hansefilmstudios Rostock nach Wismar gebracht. Bei diesem Depositum handelt es sich um rund 50 fertige Filme. Dazu kommen noch etwa 200 Filmrollen mit ungeschnittenem Material, das in den nächsten Monaten gesichtet und verzeichnet wird. Die Filme stammen aus den Jahren 1959 bis 1991 und beinhalten vor allem maritime Themen. Aber auch Ereignisse wie die Ostseewochen, die 750-Jahrfeier Rostocks oder die Sommerfilmtage wurden von den Filmemachern im Bild festgehalten.

Auf der Basis der mit den Landesarchiven abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung erfolgte Ende August die dritte größere Übernahme in diesem Jahr: Das Landesarchiv Greifwald übergab aus seinem Bestand „Rat des Bezirkes Rostock“ dem Landesfilmarchiv Sammlungsgut in Form von 20 Filmen, Magnetbändern und Videokassetten aus den Jahren 1958 bis 1990. Die Sichtung der einzelnen Bänder ist noch nicht abgeschlossen, einige dieser Medien thematisieren das Brandschutzwesen im Bezirk Rostock, weitere inhaltliche Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden.

 

Juli 2011

Gegenwärtig ermittelt das Archiv gemeinsam mit Wismarer Jugendlichen in einem Projekt das überlieferte audiovisuelle Archivgut über Wismar, das an den verschiedensten Standorten - Archiven, Museen, Betrieben - vermutet wird. Dieses Projekt brachte bisher zahlreiche Filmaufnahmen zu Tage, die in der zweiten Jahreshälfte in die Datenbank des Archivs eingegeben werden.

Parallel dazu werden auch die Datenbanken des Bundesarchivs - Filmarchivs und der DEFA-Stiftung systematisch nach Filmen mit Bezug zu unserem Land durchgearbeitet.

 

Mai 2011

Bestand des Hanse-Filmstudios Rostock als Depositum übernommen

Ende Mai dieses Jahres übernahm das Landesfilmarchiv 15 Filme des Amateurfilmstudios der Volksmarine Rostock als Depositum. Das bedeutet, daß die Filme Eigentum der übergebenden Personen bleiben und diese auch über die Nachnutzung entscheiden...>>> mehr