Ältere Meldungen "Medienwerkstatt" 2017-02

Eine schöne Weihnachtszeit und auf Wiedersehen im neuen Jahr!

Kurzfilme in der Wasserkunst

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 15-17:30 Uhr, Wismar, Marktplatz

"Liebe Filmfans und Kinogucker! Haben Sie Lust sich bei einem heißen Getränk knackige Kurzfilme anzuschauen?"

Dann sind Sie bei uns genau richtig, denn wir, das Team der Medienwerkstatt des Filmbüro MV, lädt Sie am kürzesten Tag des Jahres, dem 21.12.2017, herzlich zum KURZFILMTAG  in die Wasserkunst auf dem Marktplatz in Wismar ein. Unsere Praktikantin im freiwilligen sozialen Jahr der Kultur, Clara Eckardt, hat ein tolles Programm für die ganze Familie ausgewählt. Die Filme sind von Kindern und Jugendlichen gemeinsam mit der Medienwerkstatt Wismar selbst gedreht worden.

Gäste im Gewölbe in der Wasserkunst 2016

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Medienwerkstatt Wismar in Hamburg

Die jungen Filmemacher der Medienwerkstatt waren am 15.12.2017 beim Abgedreht – 29. Hamburger Nachwuchsfestival dabei und konnten ihren Animationsfilm DER FUCHS GERONIMO und die Parodie YOUR MOVIE TRENDS präsentieren. Die Filme kamen sehr gut beim Publikum an und es gab anschließend auch noch interessante Gesprächsrunden. Neben vielen anderen Filmen gab es von einem Filmexperten Tipps für zukünftige Projekte.

Ein schönes Festival, wir freuen uns wieder dabei gewesen zu sein!

Die Filmemacher im Gespräch

Die Medienwerkstatt Wismar beim Austausch "Ferry2Humanity"

Die Medienwerkstatt war im November wieder unterwegs: Das Projekt "Ferry2Humanity" vom Landesjugendring MV hat Jugendliche aus Schweden und Mecklenburg-Vorpommern in einem fünftägigen Projekt in Austausch treten lassen:  Was kann MV von Schweden lernen? Und was kann Schweden von MV lernen? Welche Forderungen ergeben sich daraus? Zusammen mit Geflüchteten wurde auch filmisch an diesen Themen gearbeitet, zunächst gemeinsam in Rostock im Peter-Weiß-Haus, dann nach der Fährüberfahrt in Jönköping in Schweden.

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Neues Kurzfilmprojekt der Medienwerkstatt Wismar gestartet

In der Medienwerkstatt wird zur Zeit an einem neuen Projekt gearbeitet! POLLEX (AT) heißt die aktuelle Produktion und soll im Januar 2018 von jungen Leuten aus und in Wismar realisiert werden. Die Idee zu diesem Projekt entstand im Rahmen der Ausbildung von Wenzel Venohr. Sein Drehbuch liegt bereits in der ersten Fassung vor, doch bis zu den Dreharbeiten ist noch viel zu tun. Zur Zeit werden noch Schauspieler, sowie die Location gesucht.

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1. Screening der neuen Filmklassikerreihe

Am 20. November 2017 sahen die drei teilnehmenden Schulklassen aus Nordwestmecklenburg die beiden Filme NOSFERATU (R: F.W. Murnau, D 1922) und TANZ DER VAMPIRE (R: R. Polanski, GB 1967) im Vergleich. Im Anschluss erfolgte die Filmanalyse durch die Referentin Kirsten Taylor. Im 1. Halbjahr 2018 werden die Schulklassen weitere Filmklassiker im Kino im Filmbüro MV zu sehen bekommen.

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Medienwerkstatt Wismar beim 14. up-and-coming

Vom 23. bis 26. November 2017 fand in Hannover das 14. internationale Kurzfilmfestival Up and Coming statt. Unter den rund 3000 Einreichungen hat es die Medienwerkstatt Wismar mit gleich zwei Filmen geschafft, in das dreitägige Filmprogramm zu kommen. Die Animationsfilme KRANICHE und TREELIFE liefen am Donnerstag und Samstag in dem bunten Programm, das von Kinderprojekten über Experimentalfilme bis zu Studentenproduktionen reichte.

Die Filmemacher vertreten die Medienwerkstatt

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Kurzfilmtag in der Wasserkunst

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 15-17:30 Uhr, Wismar, Marktplatz

Foto des Monats November 2017

"Wiebke" von Louis Friedensreich Oßwald

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Perspektiven der Zusammenarbeit in der Medienbildung in M-V

Rede von Herrn Bert Lingnau, Direktor der Medienanstalt M-V auf der Fachtagung der Landesarbeitsgemeinschaft Medien "Qualität in der Medienbildung!" am 3. November 2017 in der Musik- und Kunstschule ATARAXIA Schwerin

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft Medien, der Staatskanzlei, des Bildungsministeriums, des Medienausschusses Mecklenburg-Vorpommern, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben jetzt gut zweieinhalb Stunden über die Qualität in der Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern und die dazu erschienene Studie der Landesarbeitsgemeinschaft Medien gesprochen. Meinungen sind ausgetauscht, Gesichter gerötet und vielleicht ein paar neue Ideen in Ihren Köpfen entstanden.

Ich möchte nun in den nächsten zehn bis 15 Minuten ein paar meiner Ideen vorstellen, um die Diskussion in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren mit voranzutreiben. Es soll kein Gras über diese Tagung heute hier wachsen, sondern alle, die den Saal nachher verlassen, sollen für eine Verbesserung der Medienbildung in unserem Bundesland trommeln. Nicht Blech reden, sondern Blech trommeln, damit eine bessere Medienbildung um sich greift, sozusagen grassiert.

Grass, Günter Grass, der Literaturnobelpreisträger, der 2015 starb, erfand 1959 einen Romanhelden, der in die Weltliteratur einging: Oskar Matzerath.

Matzerath stellt in dem – später auch verfilmten – Buch "Die Blechtrommel" aus Protest gegen die stumpfsinnige Welt der Erwachsenen sein Körperwachstum ein, als er drei Jahre alt ist. Der Junge wird so zum Außenseiter, der aber darum die Dinge, die falsch laufen, besser erkennt und benennt, ein Hofnarr, der sich Freiheiten erlaubt wie kein anderer. Ein Katalysator, der Vergangenheit aufarbeitet und so eine gesellschaftliche Erneuerung mit ermöglicht. Wie ein Blitz leuchtet er die Dunkelheit und Unwissenheit seiner Umgebung aus.

Matzerath könnte ein Vorbild sein. Nun muss man nicht aus Protest gegen eine Medienbildungspolitik, welche die Zeichen der Digitalisierung und der Medienverantwortung zu wenig erkennt, sein Wachstum einstellen.

Man muss eher darauf aufmerksam machen, dass Wachstum und Geldeinsatz an den richtigen Stellen stattfindet! Man muss gegen Unbildung trommeln!

Ich fordere Sie auf: Seien Sie unbequem, aber nicht verletzend oder ausfallend! Betreiben Sie kein Politiker-Mobbing oder Ministeriums-Bashing. Nein, bringen Sie die Verantwortlichen und Entscheidungstragenden durch Diplomatie auf Ihre Seite!

Ich stelle mir vor, wie pulsierende Glasfaserkabel und medienaffine, gut ausgebildete Lehrkräfte dieses Bundesland erobern.

Wie kann das gehen? Dazu ist zunächst eine Bestandsaufnahme notwendig. Was gibt es schon in Mecklenburg-Vorpommern?

Die Medienbildung hier hat bereits Struktur(en): Es gibt die "Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz in Mecklenburg-Vorpommern", federführend koordiniert von der Staatskanzlei. Die Medienanstalt fördert viele Medienkompetenz-Projekte, die Offenen Kanäle der Medienanstalt arbeiten als Medienkompetenz-Zentren (der Rostocker Offene Kanal feiert übrigens in zwei Wochen, am 17. November, sein 20-jähriges Bestehen).

Es gibt das Bildungsministerium mit seinem im Institut für Qualitätsentwicklung angesiedelten "Medienpädagogischen Zentrum". Das Sozialministerium hat Fördermöglichkeiten über den Landesjugendplan. Der Landesdatenschutz ist medienpädagogisch sehr aktiv.

Es gibt medienpädagogische Facharbeitsstellen und Fachkräfte im Land und viele Vernetzungen: zum Beispiel das Netzwerk Medienaktiv M-V, die LAG Medien, die Netzwerke des Projektes "Qualität in der Medienbildung" in den Schulamtsbereichen, die Medienscouts.

Es gibt seit dem Jahr 2016 auch die Medienpolitischen Abende und die "Medienpolitischen Forderungen" des Netzwerkes Medienaktiv, und nun liegt die Studie "Qualität in der Medienbildung" vor.

Das ist eine ganze Menge. Hier funktioniert die Zusammenarbeit aus Sicht der MMV sehr gut und – ohne zu übertreiben – fast noch beispiellos in Deutschland. Viele Landesmedienanstalten haben diese Kooperationen als etwas ganz Besonderes und Wertvolles bezeichnet.

Doch reicht das in Zeiten der unaufhaltsamen Digitalisierung aller Lebensbereiche aus? Ich sage: Nein!

Medienbildung grassiert noch nicht genug! Es gibt hier hervorragende medienpädagogische Fachleute, aber leider viel zu wenige! Es gibt Strukturen, die jedoch den Bedarf an Medienbildung in seiner Qualität und Quantität nicht abdecken können. Es gibt eine hervorragende Vernetzung und Kooperation, deren Leistungsfähigkeit allerdings ausgeschöpft ist.

Eine bessere Zusammenarbeit in der Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern kann künftig aus meiner Sicht nur gelingen, wenn folgende drei Aspekte beachtet werden:

Erstens: Die wenigen Fachkräfte müssen gehegt und gepflegt, neue Fachkräfte müssen dringend ausgebildet werden!

Zweitens: Medienbildung ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe und somit nur gemeinsam lösbar!

Drittens: Wenn Medienbildung in den Schulen stattfindet, dann müssen sich die Schulen mehr öffnen und (bildungs-) partnerschaftliche Kooperationen zulassen!

Zum ersten Punkt – fehlende Fachkräfte: Der seit langem bekannte Mangel wurde bisher durch mühevolle Netzwerkarbeit und Kooperationen ausgeglichen. Entscheidungstragende sahen und sehen dem zu und haben bis heute z. B. kein Fachkräfteförderprogramm aufgelegt, wir haben das vorhin gehört.

Wer ist hier zuständig? Ich denke doch die Unterzeichner der "Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz". Aber eigentlich müssen sich alle Ministerien angesprochen fühlen, auch die Industrie- und Handelskammern, Ausbildungsbetriebe, ja, sämtliche Verbände und Organisationen, die gesellschaftlich aktiv sind.

Es sind umfangreiche und strukturelle Änderungen notwendig, die finanzielle Ressourcen in den einzelnen Haushalten benötigen. Dass dies möglich ist, zeigt uns das Bundesland Bayern, an dem sich Mecklenburg-Vorpommern in Bildungsfragen eigentlich immer gern orientiert.

Dort wird es ein Investitionsprogramm für die digitale Zukunft Bayerns geben. Der sogenannte Masterplan BAYERN DIGITAL II sieht vor, dass von 2018 bis 2022 insgesamt rund drei Milliarden Euro für Investitionen fließen und 2000 neue Stellen geschaffen werden. Das Geld wird verwendet, um z. B. Glasfasernetze auszubauen, digitale Klassenzimmer an allen Schulen zu schaffen, Informatik/ Informationstechnologie als Pflichtfach an allen Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien einzuführen, neue Studienangebote in unterschiedlichen Disziplinen zu implementieren, den akademischen Nachwuchs in digitalen Kerndisziplinen zu stärken, Bayern – auch das ist dort der Anspruch – zum Spitzenstandort für Digitale Medizin und Pflege zu machen sowie eine durchgängig digitale Verwaltung bis 2030 zu schaffen.

Nun ist Mecklenburg-Vorpommern nicht mit Bayern gleichzusetzen, aber ein wenig abschauen könnten wir uns da schon.

In der universitären Lehrerausbildung findet hierzulande eine medienpädagogische Grundausbildung nicht statt. Das muss sich ändern! Alle angehenden Lehrkräfte müssen künftig in ihrem Hochschul- oder Fachschulstudium, ja auch in ihren Lehrberufen medienpädagogische Module absolvieren, damit sie später leicht Zugang zu den mediengeprägten Kindern finden, mit denen sie arbeiten.

Wir brauchen die Entwicklung von Ausbildungs-, Qualifikations- und Weiterbildungsprogrammen. Die Aktiven – zum Beispiel beim Netzwerk Medienaktiv M-V, beim Medienpädagogischen Zentrum des IQ M-V, bei der LAG Medien oder in den einzelnen Medienwerkstätten – haben hier wertvolle Theorie- und vor allem Praxiserfahrungen. Das sind Fachleute, die wissen, was zu tun ist, die gut umsetzbare Inhalte kennen. Der Abteilungsleiter in einem Ministerium kennt diese Inhalte so im Detail nicht.

Doch ein Fachkräfteprogramm kostet Geld und braucht einen langen Vorlau , bis es "Früchte der medialen Erkenntnis" trägt. Was machen wir solange? Wir sollten weiter eng zusammenarbeiten, mit einem neuen Verständnis, einem wertschätzenderen Blick für die Profession "Medienpädagogik" und ihre wenigen verbliebenen Akteure und Fachkräfte im Land.

Trommelt weiter und redet kein Blech!

Wir brauchen nicht nur Fachkräfte für und in der Schule, sondern für alle Generationen, also im frühkindlichen Bereich, in der Bildungsarbeit mit Seniorinnen und Senioren, in der Arbeit mit Eltern – eben in allen Bereichen der Gesellschaft.

Denn – und damit komme ich zur zweiten These: Medienbildung ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe, die nur gemeinsam lösbar ist!

Das Ausmaß und die Dimension des Bedarfes an Medienbildung sind gewaltig. Dies ist jedoch leider längst nicht in allen Ebenen der Gesellschaft, bei ihren Entscheidungsträgern, in der Verwaltung und Politik angekommen.

Der Begriff "Lebenslanges Lernen" wird von einem bloßen Schlagwort zu einer tatsächlichen Notwendigkeit für alle Altersgruppen werden. Es geht dabei nicht nur um Schule, sondern um die gesamte Familie, um die zunehmende Digitalisierung der Berufswelt, um Suchtvorbeugung, um kriminalpräventive Arbeit, um Seniorinnen und Senioren, die durch digitale Kompetenzen aktiv bis ins hohe Alter an der Gesellschaft teilhaben können.

Wer ist zuständig? Ein Ministerium? Eine Landesmedienanstalt? Eine Suchtberatungsstelle? Ein Lehrer pro Schule? Nein!

Die Zusammenarbeit für eine bessere Medienbildung in M-V muss hier perspektivisch zu umfassenderen Entscheidungs- und Verantwortlichkeitsstrukturen führen. Das Netzwerk Medienaktiv M-V bräuchte zum Beispiel eine feste, durchfinanzierte Stelle, eventuell angesiedelt beim Landesdatenschutz. Das Bildungs- und das Sozialministerium müssten ihr Engagement weiter ausbauen, ebenso das Wirtschafts- und das Innenministerium. Im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung gibt es inzwischen erste konkrete Planungen für eine gemeinsame Tagung mit dem Netzwerk Medienaktiv im Jahr 2018. Das ist gut!

Lassen Sie uns bei derlei Überlegungen immer konstruktiv zusammenarbeiten. Die derzeit Aktiven im Land und die schon tätigen Fachkräfte sollten immer an Entscheidungen beteiligt und eingebunden werden.

Zur dritten These: Schulen müssen sich für gute Medienbildungsangebote öffnen und (bildungs-) partnerschaftliche Kooperationen zulassen

Ein digitales Unterrichtshilfenportal zu entwickeln und seinen Lehrkräften zur Verfügung zu stellen, ist gut, aber kann meiner Meinung nach nur ein Punkt von verschiedenen Notwendigkeiten sein.

Es gibt vereinzelt Kooperationen mit außerschulischen Partnern, aber nur im Rahmen von Projekten. Die Schule profitiert hierbei von einer hohen fachlichen Qualität der Projekte, ohne dass sich jedoch die Situation der außerschulischen Fachkräfte verbessert. Es gibt keine gesicherten längeren Laufzeiten der Kooperationen, keine gesicherte finanzielle Untersetzung der hohen Fachlichkeit. So ist – auf beiden Seiten – keine Verbindlichkeit und kein Aufbau von Nachhaltigkeit möglich.

Ich höre das Gras wachsen: In einer Pressemitteilung der Staatskanzlei M-V vom 20. Oktober 2017 wurde Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zitiert. Sie sagte über die Themen "Bildung" und "Digitalisierung": "Wir brauchen modernste digitale Technik und die Vermittlung von Medienkompetenz an unseren Schulen, damit unsere Kinder gut auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden".

Zusammen mit den 15 anderen Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer äußerte Manuela Schwesig sich über den "Digitalpakt Schule", den der Bund 2016 angekündigt hatte. Zitat: "Wir sehen das als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Länder begrüßen, dass der Bund sein finanzielles Engagement angekündigt hat. Jetzt müssen diesen Worten aber auch Taten folgen. Wir erwarten, dass die Gespräche über den Digitalpakt zügig abgeschlossen werden und dass der Bund schon 2018 Mittel für eine bessere Ausstattung unserer Schulen zur Verfügung stellt. Das ist unsere gemeinsame Forderung an die neue Bundesregierung".

Ich finde, Schulen müssen sich weiter öffnen – für Intelligenz von außen, z. B. auch für Künstler oder Schriftsteller. Warum sollen Bildhauer zusammen mit Kindern nicht Smartphones aus Holz, Stahl oder Stein schaffen für Klassenräume, Schulaulen oder Foyers? Nicht als Götzen, die angebetet werden, sondern als Gegenstände aus der Lebenswelt der Jugendlichen und als Symbol der aktiven Auseinandersetzung mit Medien. Warum sollen Schriftsteller nicht gemeinsam mit Jugendlichen Geschichten erfinden, in denen die Rolle von freien Medien für eine funktionierende Demokratie thematisiert wird?

Es muss einen Bildungsansatz geben, der Medienkompetenz als Lebenskompetenz versteht. Diesen Ansatz könnten Schulen besser in einer nachhaltigen und strukturell abgesicherten Kooperation mit außerschulischen Bildungspartnern leisten.

Die Kultusministerkonferenz hat am 8. Dezember 2016 eine Strategie "Bildung in der digitalen Welt" vorgelegt, ein Handlungskonzept mit klar formulierten Zielen für Länder, Bund, Kommunen, Schulträger und Schulen. Aufgabe der Länder ist es demnach, in den Bildungsplänen der verschiedenen Unterrichtsfächer die angestrebten digitalen Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler als Bildungsziele zu verankern.

Zugleich sollen die Länder Aus- und Fortbildungsprogramme für die Lehrerinnen und Lehrer ausarbeiten und umsetzen. Gemeinsam müssen Länder und Bund zudem zahlreiche rechtliche Fragen des Datenschutzes und des Urheberrechtes klären. In den weiterführenden Schulen sollen möglichst bis 2021 alle Jugendlichen jederzeit, wenn es aus pädagogischer Sicht im Unterrichtsverlauf sinnvoll ist, eine digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet nutzen können, heißt es in der Strategie.

Wenn man sich diesen Plan ansieht, dann können wir – und damit komme ich zum Schluss – optimistisch sein. Das heißt nicht, die Hände in den Schoß zu legen und nur Günter Grass zu lesen oder womöglich lediglich "Gras zu rauchen". Nein, wir müssen uns weiter engagieren.

Oskar Matzerath brachte die Welt durcheinander, machte sie allerdings ein Stück weit besser. Er endete – leider – jedoch in einer Irrenanstalt.

Dies wird uns allen hier nicht passieren, wenn wir vernünftig zusammenarbeiten. Die Zauberworte heißen Zuhören, Empathie und Kooperation! Lassen Sie uns sachlich und auf Augenhöhe über die richtigen Lösungen diskutieren, gern auch streiten.

Vielen Dank.

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Schülerzeitungsworkshop "Zukunftsredaktion"

Freitag, 10. bis Sonntag, 12. November 2017, Filmbüro MV

Du hast Lust, eine Schülerzeitung zu gründen, deine eigene zu verbessern oder dir einfach neue Anregungen zu holen? Du bist in anderen Medienprojekten in deiner Schule involviert und hast Lust dir Input zu den Themen Print-, Online- und Videojournalismus zu holen? Dann könnte dieses Wochenende genau das Richtige für dich sein. Erlebe ganz praktisch verschiedene Stationen des Medienmachens und gestalte ein eigenes Medium. Erlange wertvolles Expertenwissen, das du mit in deine Schule nehmen kannst!

Der Workshop Zukunftsredaktion ist für Schülerinnen und Schüler, die in Schulmedien wie einer Schülerzeitungsredaktion mitarbeiten. Das Angebot richtet sich nicht nur an Anfängerinnen und Anfänger, sondern auch an Jugendliche, die ihr Expertenwissen gerne als Multiplikatoren weitergeben möchten.

Veranstaltungsort ist das

Filmbüro MV, Bürgermeister-Haupt-Straße 51, 23966 Wismar.

Übernachtet wird in der nahegelegenen Jugendherberge Wismar.

Das Wochenende ist kostenfrei, Fahrtkosten können anteilig erstattet werden.

Die Anmeldung kann bis zum 31.10.2017 unter info[at]schuelerzeitung-mv.de oder unter Tel. (0385) 76076 12 erfolgen. Bitte mit Angaben zu: Name, Alter, Adresse, Schule, Klasse, Name der Schülerzeitung/ des Medienprojekts, E-Mail und Telefonnummer, Besonderheiten beim Essen (vegetarisch/ vegan, Allergien, Unverträglichkeiten).

Sie finden die Veranstaltung auch online.

Eine Veranstaltung der Landesinformationsstelle Schülerzeitung (LiSZ) – die neue Einrichtung beim Landesjugendring MV in Kooperation mit dem JMMV – Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Informationen zu den Angeboten der LiSZ ansehen

 

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