Aktuelle Meldungen "Landesfilmarchiv" 2017-01

Unser Filmerbe – Landesfilmarchivar unterwegs für MV

Das Medium Film suggeriert Unmittelbarkeit und Wirklichkeitsnähe wie kein anderes Medium. In den vergangenen Jahren ist verstärkt ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt, dass historische Filmdokumente ein Teil unseres kulturellen Erbes sind. Dies gilt in verstärktem Maße auch für lokales und regionales Filmmaterial, und auch der Amateurfilm erfährt zunehmend an Beachtung. Die Erfassung, Erhaltung, Nutzung, Weiterverarbeitung und Digitalisierung historischer Filmdokumente wirft viele und brennende Fragen auf. Seinen Ausdruck findet dies unter anderem in zahlreichen Symposien, Tagungen und anderen Veranstaltungen, die sich mit der wichtigen Thematik beschäftigen.

Ende April 2017 fand in Köln eine vom Filmforum Nordrhein-Westfalen organisierte Veranstaltung zu Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung des NRW-Filmerbes statt. Diese Tagung richtete sich vorwiegend an Filmemacherinnen und Filmemacher, Produzentinnen und Produzenten und versuchte Antworten auf die Frage zu finden, ob und welche von ihren hergestellten Filmen dauerhaft unter welchen Strategien aufbewahrt werden sollen.

V. l. n. r.: Karl-Heinz Steinbruch (Landesfilmarchiv MV), Susanne Altenburger, Danny Kolbe (Stadtarchiv Lüneburg)

In der Diskussion wurde festgestellt, dass die deutsche Kleinstaaterei auch auf diesem Gebiet Fluch und Segen ist. Fluch, weil es schwierig ist, eine zentrale Instanz zur Sicherung des Filmerbes zu installieren und es neben dem Bundesarchiv – Filmarchiv zahlreiche weitere Einrichtungen, Museen und Archive gibt, die sich um die Bewahrung des Filmerbes kümmern. Segen, weil sich letztgenannte Institutionen vor allem um das in ihrem Territorium entstandene filmische Archivgut sorgen, das für ein zentrales Archiv unattraktiv wäre. Die jeweiligen Bemühungen setzen dabei immer auch unterschiedliche Schwerpunkte. Vielfach bleibt es dem Zufall in allen seinen Erscheinungsformen überlassen, welcher Film den Weg in ein Archiv findet und welcher nicht. So tauchen viel zu selten Werke von Filmemacherinnen in den Rastern der Filmretter auf.

In der bisweilen kontrovers geführten Diskussion spielten natürlich auch Fragen der Digitalisierung und Archivierung eine Rolle. Letztere aus archivarischer Sicht bisweilen utopisch, was im Vorwurf der Wertermittlung und Kassation als "Bevormundung" künftiger Zuschauer gipfelte. Einigkeit bestand darin, dass der erste Schritt zur Sicherung des Filmerbes dessen möglichst vollständige Erfassung sein muss, die von Zusammenschlüssen von FilmemacherInnen, Filmbüros und Verbänden vorgenommen werden müsste. 

Babette Heusterberg (Bundesarchiv − Filmarchiv)

Mitte Mai lud die Hochschule Hannover unter dem Titel Bewegte Spuren zu einem Symposium zu historischen Filmdokumenten in Wissenschaft und Medienpraxis ein. Der Filmproduzent Gunnar Dedio (LOOKS) berichtete über seine Arbeit und den sich häufig ergebenden (auch finanziellen) Schwierigkeiten bei der Verwendung filmischen Archivgutes. Weitere Referenten, Archivare und sich archivarisch mit Filmdokumenten Beschäftigende (Babette Heusterberg, Bundesarchiv – Filmarchiv; Ralf Springer, Medienzentrum Westfalen; Anna Leippe, Haus des Dokumentarfilms Stuttgart; Peter Stettner, Filminstitut der Hochschule Hannover) berichteten über ihre Bemühungen bei der Erfassung, Sicherung, Erschließung und Nutzbarmachung filmischer Dokumente in ihrem Zuständigkeits- bzw. Sammlungsgebiet.

Besondere Aufmerksamkeit erzielte der Vortrag "Bewegtbilder als Zeitdokument: Quellenwert und Manipulierbarkeit historischer Filmaufnahmen" über die Bewegtbilder als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung von Dirk Alt, Historiker und Dokumentarfilmgestalter. Er präsentierte zum Erstaunen der Anwesenden Beispiele über die missbräuchliche Nutzung historischer Quellen durch Ausschlachtung und Entkontextualisierung. Fabian Schmieder von der Hochschule Hannover, stellte unter dem provokanten Titel "Das Urheberrecht als Geißel des historischen Films?" die Frage, ob das Urheberrecht bei der Bewahrung, Auswertung und Nutzung historischer Filmwerke gelegentlich auch ein Hemmnis ist.

Weitere Redner sprachen über die Möglichkeiten historisch-kritischer Filmanalysen im Geschichtsunterricht (Detlef Endeward, Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung), die Wechselbeziehung zwischen Filmen und Werktagebüchern bei Naturfilmer Heinz Sielmann (Michael Sutor, Hochschule Hannover) und die vielfältigen Möglichkeiten der Gestaltung, der Wirkung und der Grenzen bewegter Bilder und deren manipulativer Kraft (Ulrike Brenning, Hochschule Hannover).

Karl-Heinz Steinbruch, der Filmarchivar im Landesfilmarchiv Mecklenburg-Vorpommern im Filmbüro MV, nahm an beiden Symposien teil. Er brachte aus Köln wie auch aus Hannover viele Anregungen mit und konnte neue Kontakte knüpfen und bestehende vertiefen.

Weitere Informationen unter:

www.filmforumnrw.de

www.historische-filmbestände-in-niedersachsen.de

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Aktuelle Meldung aus filmfest wismar

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Aktuelle Meldung aus filmfest wismar

Lokalgeschichte auf 8 mm

Es hat sich wieder einmal bestätigt, welchen Quellenwert historische Filme für die Heimatgeschichtsschreibung haben können:

Schon vor geraumer Zeit übergab Olaf Both, Leiter des Volkskundemuseums Schönberg, einen 8-mm-Film zur Digitalisierung dem Landesfilmarchiv. Der Film zeigt den Staffellauf, den die olympische Flamme im Jahre 1936 von Berlin nach Kiel durch den Kreis Schönberg bis in die damals noch Freie und Hansestadt Lübeck absolvierte, wobei die Aufnahmen des eigentlichen Staffellaufes durch einheimische Sportler angesichts der Aufnahmen aus dem Städtchen Schönberg und Lübeck fast zur Nebensache geraten.

Inzwischen wurden weitere 36 Filme zur Sichtung dem Archiv übergeben. Darunter war ein 16-mm Streifen, der ein heute ausgestorbenes Handwerk vorstellt, nämlich ein Film über die Arbeit in der Kiepenmacherei Paul Böttcher in Lüdersdorf aus der Zeit kurz nach 1935. Wer weiß schon heute noch, wie vor 80 Jahren aus Kiefernblöcken Spankörbe hergestellt wurden? Hier zeigt sich ein Stück Heimatgeschichte!

Die anderen Filme wurden sämtlich im 8-mm-Format vom Schmalfilmzirkel beim Klub der Werktätigen Schönberg oder vom Schmalfilmstudio der Jugend Schönberg gedreht. Sie stammen wohl aus dem Nachlass eines Filmemachers und sind auf heute nicht mehr nachvollziehbaren Wegen in das Volkskundemuseum Schönberg gekommen. Sie wurden in den Jahren 1965-1969 gedreht, sind je 2-30 Minuten lang und thematisieren vor allem lokale Ereignisse: Demonstrationen, Eröffnung und Modenschauen im Oskar-Nolze-Schwimmbad, Ernteeinsätze der Lehrer in Groß Bunsdorf, Sportfeste an Kindertagen, Veranstaltungen im Veteranenclub, Besuch der Ausstellung "Marschall Vorwärts 1806-1813" des Heimatmuseums Schönberg, Vorstellung der Möbelwerke PGH und der MTS Schönberg bis hin zu Bildern von der 750-Jahrfeier der Stadt im Jahre 1969.

Die Filme wurden im Landesfilmarchiv inzwischen inhaltlich erschlossen, neu verpackt und werden in absehbarer Zeit digitalisiert. Sie können dann für die Öffentlichkeitsarbeit des Museums genutzt werden und stellen mit Sicherheit eine Bereicherung für die im Aufbau befindliche neue Ausstellung des Museums dar.

Volkstümliche Tänze in MV

Sicherung und Recherche zu historischem audiovisuellen Material

Eine Kooperation von Landesfilmarchiv MV und Heimatverband MV

Aktuell arbeitet das Landesfilmarchiv im Filmbüro MV in Kooperation mit dem Heimatverband MV an dem Projekt "Sicherung und Recherche zu historischem audiovisuellen Material von volkstümlichen Tänzen in MV". Die ersten Ergebnisse der Recherche- und Archivarbeiten ergaben, dass es nur vereinzelt Filmeaufnahmen zum Thema Volkstänzen in MV gibt, u. a. Privataufnahmen und Berichte von Dorfveranstaltungen.

Ausführliche Informationen ansehen

Filmbüro MV ab 5. Januar wieder geöffnet

Ab Donnerstag, den 5. Januar 2017 ist das Filmbüro wieder geöffnet, die Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV öffnet ihre Türen und Kurse wieder am Montag, den 9. Januar 2017, das Landesfilmarchiv ist wieder ab Freitag, den 6. Januar 2017 zu erreichen.

 

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