Geförderte Projekte

SPK KOMPLEX

Regie: Gerd Kroske

Dokumentarfilm, D 2017, 90 min

Produktionsförderung

Förderempfehlung: 1. Sitzung 2016/ 15.000

Kamera: Anne Misselwitz, Susanne Schüle, Kamerassistenz: Helge Haack, Christina Amate Garcia, Regieassistenz/ Aufnahmeleitung: Lisa M. Böttcher, Ton: Johannes Schmelzer-Zieringer, Benedikt Gaussling, Malte Audick, Dramaturgie: Antje Stamer, Montage: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer, Redaktion: Rolf Bergmann, rbb, Herstellungsleitung: Jens Scherer, Produktionsleitung: Fritz Hartthaler, Filmbuchhaltung: Karin Fiedler, Produktion: Realistfilm, Vertrieb: deckert-distribution GmbH, Verleih: Salzgeber & Co Medien GmbH & Ko. KG

Uraufführung: 18. Februar 2018, 68. Berlinale 2018

Kinostart: 19. April 2018

Filmkritik epd film: 5 von 5 Sternen

 

Synopsis

Dr. Huber begründete gemeinsam mit Patienten in Heidelberg im Jahr 1970 das "Sozialistische Patientenkollektiv". Umstrittene Therapiemethoden, politisches Agitieren und der massive Zulauf an Patienten, die den herkömmlichen Psychiatriebehandlungen und der Ärzteschaft tief misstrauten, sorgten für harte Auseinandersetzungen, die eine zunehmende Radikalisierung des SPK beschleunigte. Letztlich endete alles mit Verhaftungen, Aberkennung der Approbation und einer mehrjährigen Gefängnisstrafe. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, klebt seither an dem SPK. Die Frage, nach der vertanen Chance zur Selbstermächtigung von Patienten, ist davon überlagert. Der Film widmet sich der unerzählten Geschichte des Deutschen Vorherbstes und seinen Folgen bis ins Heute. Eine Geschichte vom Irresein und Irrewerden, seiner öffentlichen Wahrnehmung und seiner (nicht) zwangsläufigen Gewalt.

Drehorte in MV: Gadebusch, Bad Kleinen

www.realistfilm.de

www.salzgeber.de

 

Kinostart am 19. April 2018: SPK KOMPLEX

Am 19. April 2018 startet Gerd Kroskes vielschichtiger Dokumentarfilm SPK KOMPLEX bundesweit in den Kinos. Darin untersucht er das 1970 begründete "Sozialistische Patientenkollektiv", das alternative Therapiemethoden forderte und mitunter radikal seine Standpunkte verteidigte.

Rudi Mährländer im Film SPK KOMPLEX, © Edition Salzgeber

Synopsis

1970 begründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg gemeinsam mit Patienten das antipsychiatrische "Sozialistische Patientenkollektiv" (SPK). Umstrittene Therapiemethoden, politische Forderungen und der massive Zulauf von Patienten, die der üblichen "Verwahr-Psychiatrie" tief misstrauten, führten zum Konflikt mit der Universität Heidelberg und der Landesregierung, der sich bald zuspitzte und in die Radikalisierung des SPK mündete. Das gruppentherapeutische Experiment endet schließlich mit Verhaftungen, Gefängnis und der Aberkennung von Hubers Approbation.

Die SPK-Gerichtsprozesse wirken heute wie eine Vorwegnahme der Stammheim-Prozesse – mit Mitteln zum Ausschluss der Rechtsanwälte, Totalverweigerung der Angeklagten und empfindlichen Strafen für das Ehepaar Huber. Dabei stand die Härte der Strafverfolgung in kaum einem Verhältnis zu den eigentlichen Taten. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, haftet dem SPK seither an. Er überlagert, worum es damals eigentlich ging: um die Rechte von Psychiatriepatienten, Widerstand und um Selbstermächtigung. Um Fragen also, die noch immer Aktualität besitzen.

SPK KOMPLEX feierte seine Welturaufführung im Februar im Rahmen der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Alle vier Berlinale-Vorführungen waren ausverkauft. Seitdem lief der Film unter anderem  bei der diesjährigen Hamburger Dokumentarfilmwoche. Die Filmzeitschrift epd Film empfiehlt den Film und bewertet ihn mit 5 aus möglichen 5 Sternen.

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Filmbüro MV auf der Berlinale 2018 – erfolgreiche Filmpremieren, schöne Begegnungen, viele Gespräche

Weltpremiere II: SPK KOMPLEX

Am Sonntag, den 18.2.2018 wurde die Weltpremiere eines weiteren geförderten Films gefeiert. Gerd Kroske präsentierte seinen neuen Dokumentarfilm SPK KOMPLEX im ausverkauften Saal (520 Plätze) der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Neben dem gesamten Filmteam waren auch wichtige Protagonisten angereist, u. a. Carmen Roll, Lutz Taufer, Karl-Heinz Dellwo und Alfred "Shorty" Mährländer. Die Zuschauer waren nach der Vorführung tief bewegt und stellten viele Fragen. Im Anschluss wurde gemeinsam mit dem Regisseur, den Protagonisten und vielen Zuschauern im Foyer weiter diskutiert. Für Gerd Kroske war es teilweise sehr schwer gewesen, Zeitzeugen für den Film zu finden, denn noch heute ist das Thema angstbesetzt und die Leute möchten sich nicht vor der Kamera äußern.

Gerd Kroske (2. v. l.) mit den Protagonisten aus SPK KOMPLEX

Sabine Matthiesen und Gerd Kroske

Zum Film: 1970 gründete sich die antipsychiatrisch ausgerichtete Gruppe SPK (Sozialistisches Patientenkollektiv). Sie wollte das Arzt-Patienten-Verhältnis grundlegend ändern. Eine These des SPK war, dass die psychischen Erkrankungen gesellschaftsbedingt seien. Demzufolge gelte es, die krankmachende Gesellschaft zu gesunden. Später radikalisierte sich die Gruppe, die teilweise auf 500 Mitglieder anwuchs. Ihr wurde Nähe zur RAF vorgeworfen – aber sie trug auch dazu bei die therapeutische Praxis zu verändern.

Sabine Matthiesen und Björn Koll (Geschäftsführer Verleih Edition Salzgeber)

"Zwei gelungene Weltpremieren, wunderbare Erfolge, die wir auf der Berlinale mit den beiden geförderten Filmproduktionen (SPK KOMPLEX und USEDOM – DER FREIE BLICK AUFS MEER) feiern konnten. Beide Filme werden im Frühjahr über den renommierten Verleih Edition Salzgeber in die deutschen Kinos kommen und das Land Mecklenburg-Vorpommern kann stolz darauf sein, dass es diese Vielfalt an Themen für die große Leinwand über seine Filmförderung ermöglicht hat und diese auf dem größten deutschen Filmfestival gezeigt werden. Ich persönlich bin mit den Ergebnissen unserer Filmförderung erneut sehr glücklich, haben wir doch bewiesen, welche Auswirkungen die richtigen Entscheidungen haben. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den drei größten Filmfestivals der Welt“, freut sich Sabine Matthiesen, Leiterin der Filmförderung in MV.

Geförderter Film aus Mecklenburg-Vorpommern auf der Berlinale 2018

Der von der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern geförderte Film SPK KOMPLEX von Gerd Kroske feiert seine Weltpremiere im Forum der 68. Berlinale.

Eine weitere schöne Erfolgsmeldung für die Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern. Der durch die hiesige Filmförderung mit einer Produktionsförderung unterstützte Dokumentarfilm SPK KOMPLEX von Gerd Kroske feiert seine Weltpremiere im FORUM Programm der diesjährigen Berlinale. Sabine Matthiesen, Leiterin der Filmförderung MV: "Wir sind stolz darauf, dass die Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Jahr wieder mit einem Film auf der Berlinale vertreten ist. Erneut zeigt sich, welches gute Gespür die Auswahlkommission der Filmförderung MV bei ihren Entscheidungen hat".

Regisseur Gerd Kroske

Gerd Kroske, geboren in Dessau, DDR, (Regiestudium HFF "Konrad Wolf") kam Ende der 80er Jahre zum DEFA-Dokumentarfilmstudio und entwickelte seine filmische Handschrift inmitten des Umbruchs, den die Wende für seine Kollegen und die gesamte Gesellschaft bedeutete. Diese Erfahrung wirkt bis heute nach: Kroske findet seine Themen vor allem dort, wo sich die Verwerfungen geschichtlicher Ereignisse auf das Leben von Menschen auswirken. Mit unvoreingenommenem Blick spürt er seinen teils skurrilen, teils tragischen Figuren und Geschichten in den Randzonen der Gesellschaft nach. So auch in SPK KOMPLEX, in dem er das antipsychiatrische "Sozialistische Patientenkollektiv" (SPK) beleuchtet, das sich gegen die übliche "Verwahr-Psychiatrie" wehrte. Eine bisher unerzählte Geschichte des "Deutschen Vorherbstes" und seinen Folgen bis ins Heute widmet. Eine Geschichte vom Irresein und Irrewerden, ihrer öffentlichen Wahrnehmung und (nicht) zwangsläufigen Gewalt.

Mecklenburg-Vorpommern förderte bereits folgende Filme von Gerd Kroske: HEINO JAEGER – LOOK BEFORE YOU KUCK, der 2012 die Goldene Taube beim DOK Leipzig gewann. Darin beschreibt er den Maler, Kabarettisten und Radio-Star Heino Jaeger und dessen lebenslange Auseinandersetzung mit dem deutschen Wesenszustand. In SCHRANKEN spürt er den Erfindern der sogenannten Wegfahrsperren nach, die sogenannte "gewaltsame Durchbrüche", also Fluchtversuche an innerdeutschen Grenzübergängen verhindern sollten.

Filmstill aus SPK KOMPLEX: Haftkrankenhaus Hohenasperg

Zum Inhalt:

1970 begründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg gemeinsam mit Patienten das antipsychiatrische "Sozialistische Patientenkollektiv" (SPK). Umstrittene Therapiemethoden, politische Forderungen und der massive Zulauf von Patienten, die der üblichen "Verwahr-Psychiatrie" tief misstrauten, führten zum Konflikt mit der Universität Heidelberg und der Landesregierung, der sich bald zuspitzte und in die Radikalisierung des SPK mündete. Das gruppentherapeutische Experiment endet schließlich mit Verhaftungen, Gefängnis und der Aberkennung von Hubers Approbation.

Die SPK-Gerichtsprozesse wirken heute wie eine Vorwegnahme der Stammheim-Prozesse – mit Mitteln zum Ausschluss der Rechtsanwälte, Totalverweigerung der Angeklagten und empfindlichen Strafen für das Ehepaar Huber. Dabei stand die Härte der Strafverfolgung in kaum einem Verhältnis zu den eigentlichen Taten. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, haftet dem SPK seither an. Ein Ruf, der überlagert, worum es damals eigentlich ging: um die Rechte von Psychiatriepatienten, Widerstand und um Selbstermächtigung. Um Fragen also, die noch immer Aktualität besitzen.

Herzlichen Glückwunsch von der Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern an Gerd Kroske und sein Team!

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Regisseur Gerd Kroske

  • 1958 geboren in Dessau
  • Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und Regie an der HFF "Konrad Wolf", Potsdam-Babelsberg
  • 1987-1991 Autor und Dramaturg im DEFA -  Dokumentarfilmstudio
  • seit 1991 freischaffender Autor und Regisseur
  • Produzent bei Realist Film seit 1996

Filme (Auswahl)