Geförderte Projekte

ORTE DER ARBEIT

(AT: DIE SPUREN DER ARBEIT)

Regie: André Berthold, Sabine Unger

Dokumentation, D 2017, 2x 43:30 min

Produktionsförderung

Förderempfehlung: 2. Sitzung 2015/ 15.000 €

 

Mitarbeit: Julia Leupold, Kerstin Holl, Kai Voigtländer, Lutz Hoffmann, Arianne Riecker, Kamera: Holger Berg, Andreas Stahl, Götz Walter, Thomas Keffel, Drohne: Daniel Liepke, Schnitt Teil 1: Steffen Werner, Schnitt Teil 2: Claudia Nagel, Fotos: Maix Meyer, Sprecher: Sven Philipp, Mischung: Johannes Ramson, Produktionsleitung: Melanie Braun, Frank Seidel (MDR), Produzent: Olaf Jacobs, Redaktion: Silke Heinz, Eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH mit dem MDR

 

Synopsis

Die DDR behauptete jahrelang, dass sie eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt sei. Die Industrie stand im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Interessen. 2.8 Millionen Menschen – ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung – arbeitete dort. Die Industriekultur Mecklenburg-Vorpommern ist eine Kultur, die Architektur, Produkte und Biografien prägt und von ihnen erzählt. Die Dokumentation will erzählen, wie in 60 Jahren so eine umfangreiche Industrielandschaft entstehen und wieder vergehen konnte.

www.hoferichterjacobs.de

 

MV-Premiere von ORTE DER ARBEIT beim 11. Filmfest Wismar

Sonntag, 2. Juli 2017, 10:15 Uhr, MV Premiere

Der Sonntag auf dem 11. Filmfest Wismar 2017 begann mit einem POETRY SLAM zu den Themen Film und Meer. Henrike Bauckhage (FSJlerin Kultur im Filmbüro) und Michael Grabe (Auszubildender im Filmbüro) boten eine großartige Performance, überraschten die Zuhörer mit poetischen Texten und überzeugten mit wunderbaren Stimmen. Zwei wahre Talente, vom Publikum gebührend gefeiert.

Im Anschluss ging es in der Dokumentation ORTE DER ARBEIT (gefördert Filmförderung MV) von André Berthold zu ehemaligen großen Arbeitsstätten der DDR. Damals bestimmte meist ein großer Volkeigener Betrieb das Leben ganzer Regionen. Und die Arbeitswelt war das, was mit der Wende den größten Umbruch erlebte. Nach knapp dreißig Jahren kehrten Menschen zurück an die Orte, die einst ihr Leben prägten. Manch ein Gast im Publikum konnte sich an solche Orte selbst erinnern und bedankte sich für diese gelungene Dokumentation der Hoferichter&Jacobs Filmproduktion aus Greifswald, die noch vor der Fernsehausstrahlung in Wismar auf der Leinwand zu sehen war.

Ausführliche Informationen ansehen

Orte der Arbeit – Aufbruch und Alltag & Fortschritt und Niedergang

Sie war schön, aber selten lukrativ, und sie war immer da: Arbeit in der DDR war mehr als nur ein Lebensgefühl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das Glück, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spät zurückkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und mit dem Verlust der Arbeit erlebten Millionen Menschen nach der Wende einen massiven Umbruch.

In der DDR prägten die über achttausend Betriebe den Alltag der Menschen. Hier ging man mittags zur Kantine und zwischendurch auch zum Friseur, hier gab man die Kinder morgens ab und ging später noch ins Klubhaus. Hier musste man Rechenschaft ablegen, wenn die Norm wieder nicht erfüllt wurde und hier bekam man auch den Ferienplatz.

Das alles ist jetzt knapp dreißig Jahre her. Wo einst Fabrikhallen standen, werden heute Wohnanlagen oder Einkaufszentren gebaut. Was von der Vergangenheit bleibt, sind die Menschen, die sie erlebt haben: Wohin führen die Spuren, die heute noch sichtbar sind? Woran erinnern sich die Frauen von der Zündholz-Fabrik in Riesa noch gern, was bewegt die Schuhmacherin aus dem Kombinat in Weißenfels? Was wurde aus den Maschinenbau-Kombinat TAKRAF in Leipzig und wie gelang es ausgerechnet den Traktorenwerkern in Schönebeck, wieder zu einem der führenden Unternehmen Europas aufzusteigen?

In der zweiteiligen Reihe ORTE DER ARBEIT kehren Menschen zurück an Orte, die einst ihr Leben prägten, die heute zum Teil Ruinen sind und trotzdem an die Zeiten von Planerfüllung und Gestattungsproduktionen erinnern.

Quelle: Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH