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12. Filmfest Wismar 2018

ÜBER LEBEN IN DEMMIN

Samstag, 30. Juni 2018, 17 Uhr

Dokumentarfilm

Gefördert durch die Kulturelle Filmförderung MV

Im Frühjahr 1945 wird Demmin, eine kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, zum Ort einer schrecklichen Tragödie. Hunderte Bürgerinnen und Bürger der Stadt nehmen sich das Leben. Dies gilt als größter Massensuizid zum Kriegsende in Deutschland. Über die genauen Umstände wird fortan geschwiegen. Heute besetzen Neonazis mit einem alljährlichen "Trauermarsch" am 8. Mai diese Leerstelle und missbrauchen sie für ihre Zwecke.

Regisseur Martin Farkas geht in seinem Film den verborgenen Folgen der Ereignisse nach. Überlebende sprechen zum ersten Mal über die schrecklichen, lange verdrängten Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend. Farkas erkundet, welche Spuren die Traumatisierung und das Schweigen darüber bei den Nachgeborenen hinterlassen haben – und wie tief sie in unsere Gegenwart hineinwirken. Der Film erzählt von Trauma, Gruppenzwang, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten. Die Stadt wie er sie in diesem genau beobachteten, komplexen und aufrichtigen Film schildert, erscheint tief gespalten. Der Film verdichtet darüber hinaus, wie ein Kaleidoskop, was uns heute bedroht: der Aufwärtstrend von Fremdenfeindlichkeit, Hass, Antisemitismus und Populismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus.

D 2017, Dokumentarfilm, 90 min, Buch, Regie: Martin Farkas, Kamera: Roman Schauerte, Martin Langner, Martin Farkas, Ton: Moritz Springer, Urs Krüger, Produzentin: Annekatrin Hendel, eine Produktion von IT WORKS! Medien in Zusammenarbeit mit dem rbb, NDR, BR, gefördert durch mbb, BKM, nordmedia, Nipkow-Programm und die Filmförderung MV, FSK 12, Drehort in MV: Demmin

Fotos: © Edition Salzgeber

Verleih: Edition Salzgeber, Filmstart 22.03.2018

www.salzgeber.de

www.demmin-film.de

 

Martin Farkas

Foto: © Annekatrin Hendel

1964 im Allgäu geboren, reist nach dem Abitur um die Welt, studiert Sozialpädagogik, dreht als junger Regisseur preisgekrönte Videokunst-Filme und Werbespots. Ab 1990 arbeitet er als Chefkameramann für Dokumentar- und Spielfilme. Er dreht mehrfach mit Dominik Graf, ist für den Grimme-Preis und den Deutschen Kamerapreis nominiert. Erste Regiearbeit mit DEUTSCHE SEELEN, für die zweite Regiearbeit ES WERDE STADT! erhält er den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen.

 

Filme (Auswahl):

Kamera:

2002 A Woman and a Half – Hildegard Knef

seit 2008 diverse TATORT und Polizeiruf 110

2007 Türkisch für Anfänger

2015 Fassbinder

2017 Wildes Herz

Regie:

2009 Deutsche Seelen

2014 Es werde Stadt

 

Mit Dank an die Unterstützer des 12. Filmfest Wismar und von NAUTILUS – Kinderfilmfest Mecklenburg-Vorpommern: