Karl-Heinz Steinbruch (rechts) im Gespräch mit Stefan Gööck, Filmarchivar im Sächsischen Staatsarchiv

 

Unser Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch auf einer Tagung in Münster

„Lebendige Vergangenheit – Der landeskundlich-historische Film im Archiv“

Am 17. und 18. November nahm der Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch an einer vom Medienzentrum für Westfalen in Münster organisierten Tagung zum Thema „Lebendige Vergangenheit – Der landeskundlich-historische Film im Archiv“ teil. Die 110 Teilnehmer kamen vorrangig aus dem gastgebenden Nordrhein-Westfalen, aber auch aus dem übrigen Bundesgebiet sowie aus Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden.

Der Landesfilmarchivar war der einzige Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern; er und die Vertreter aus Sachsen und Sachsen-Anhalt die einzigen aus den neuen Bundesländern. Der Norden war neben Interessenten dreier Filmstudios aus Hamburg mit Archivaren aus Bremen, Schleswig und Wismar repräsentiert. Die meisten Teilnehmer kamen naturgemäß aus dem gastgebenden Bundesland mit seiner für das Bundesgebiet einzigartig vielfältigen Struktur an dem Thema interessierten Institutionen. Dazu zählen verschiedene Stadt-, Wirtschafts- und andere Archive, Medienzentren, Museen, Landschaftsverbände, Universitäten und natürlich der WDR.

 

Einführende Vorträge – dazu zählen besonders die von Dr. Volker Jacob (Referatsleiter des Bild-, Film- und Tonarchivs des Medienzentrums Westfalen-Lippe) zur Theorie und Praxis eines regionalen Filmarchivs in Westfalen-Lippe und von Dr. Dirk Jachomowski (Landesarchiv Schleswig-Holstein) über die Bedeutung einer institutionalisierten Filmarchivierung für die regionale Identität – widmeten sich zunächst der Begriffsbestimmung „landeskundlicher Film“ und arbeiteten heraus, daß es sich bei landeskundlichen Filmen vorrangig um dokumentarische Filme mit regionalem Bezug handelt, die Teil des audiovisuellen Gedächtnisses dieser Region sind. Daraus resultiert die Bedeutung des landeskundlichen Films als Quelle für vielfältigste Forschungen auf regionalgeschichtlichem Gebiet und die Bedeutung der Archive, die diese Quellen erfassen, sichern, bewerten, verzeichnen und der Forschung zur Verfügung stellen.

Gerade diese Vorträge sind es, die für das Selbstverständnis auch des Landesfilmarchivs MV bedeutend sind, bestätigen sie doch die Wichtigkeit der in Wismar geleisteten Arbeit.

Während der Tagung bestand bei aller Unterschiedlichkeit im Herangehen bei der Archivierung landeskundlich-historischer Filme Einigkeit darüber, daß den regionalen und lokalen Archiven gerade wegen ihrer Nähe zu den in den landeskundlichen Filmen thematisierten Ereignissen eine immense Bedeutung zukommt, da die Erfassung und Sicherung der landeskundlichen Filme auch vom Bundesarchiv mit seiner gesamtgesellschaftlichen Sichtweise nicht geleistet werden kann.

Diese allgemein geäußerte Ansicht bedeutet für das Landesfilmarchiv MV, sich auch künftig um die vielen verstreut liegenden Filme landeskundlichen Inhalts zu kümmern, sie zu übernehmen und der Nachwelt zu erhalten, denn der Verlust dieser uns oftmals unbekannten Quellen würde auch unser Land ärmer machen, wie es Dr. Jachomowski ausdrückte.