Veranstaltungen

Filmabend im Grenzhus

Eine Kooperation von Filmbüro MV/ Kulturelle Filmförderung MV und Grenzhus Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg)

Die Filmreihe im Grenzhus wird gemeinsam mit dem Filmbüro Mecklenburg-Vorpommern organisiert und durch die Landesbeauftragte M-V für die Stasiunterlagen sowie die Landeszentrale für politische Bildung M-V gefördert.

 

ÜBER DAS MEER – Die DDR-Flucht des Erhard Schelter

Donnerstag, 2. Februar, 19 Uhr, Grenzhus in Schlagsdorf

In Anwesenheit von Regisseur Arend Agthe und Erhard Schelter

Der Film wird ebenfalls als Abschluß eines künstlerischen Schulprojektes des Gymnasiums Gadebusch im Grenzhus gezeigt

 

Synopsis

Das 80-minütige Dokudrama ÜBER DAS MEER rekonstruiert die Flucht des Rostockers Erhard Schelter über die Ostsee in den Westen. Der 1940 geborene Schelter arbeitete als Schiffselektriker. Sein Lebenstraum zur See zu fahren, blieb ihm in der DDR verwehrt. Er lehnte die politischen Verhältnisse in der DDR ab und brachte das auch zum Ausdruck.

Reenactment-Szene aus ÜBER DAS MEER: Björn Burli (als Erhard Schelter) und Christian Arnold (als Volker Hameister) (v. l. n. r.)

1974 begann der geübte Schwimmer mit den Fluchtvorbereitungen. Gemeinsam mit dem jüngeren Volker Hameister stieg er in der Nacht vom 21. zum 22. September in die kalten Fluten der Ostsee, um das 30 km entfernte westdeutsche Ufer zu erreichen. Die folgenden Stunden waren reich an dramatischen Momenten. Letztlich rettete eine schwedische Fähre die beiden.

Erhard Schelter (Bildmitte) berichtete beim 5. Filmfest Wismar von seiner spektakulären Flucht und seinen Beweggründen – und das Publikum hing förmlich an seinen Lippen.

Reenactment-Szene aus ÜBER DAS MEER

Der Film erzählt durch nachgestellte Szenen, aber auch in Interviews mit Schelter über seine Motive und die Erlebnisse der Nacht. Archivaufnahmen bilden den historischen Zusammenhang der DDR-Grenzsicherung ab. Ein Film, der die Dramatik der spektakulären Flucht plastisch zum Ausdruck bringt, aber auch Verluste thematisiert. Denn Schelter ließ Frau und Sohn in der DDR zurück.

Reenactment-Szene aus ÜBER DAS MEER

D 2011, Doku-Drama, Regie und Buch: Arend Agthe, Darsteller: Björn Bugri, Christian Arnold, Lisa Adler, Michael Ihnow, Steffen Czech u. a., Kamera: Hanno Hart, Ton: Arndt Henning, Schnitt: Oliver Schnekenbühl, Produzent: Werner C. Barg/ Alexander von Hohenthal, Produktion: Herzfeld Productions/ OPAL Filmproduktion in Koproduktion mit dem NDR, 80 min

Gefördert durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern, die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, in Koproduktion mit dem NDR.

Zur Filmvorführung werden der Regisseur Arend Agthe und Erhard Schelter anwesend sein und nach dem Film für eine Diskussion zur Verfügung stehen.

Trailer ansehen

Fotos: Basis Filmverleih/ Werner C. Barg

 

Regisseur Arend Agthe

  • 1949 geboren in Rastede bei Oldenburg
  • Studium der Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft
  • Journalistische Tätigkeit bei den satirischen Magezinen "Pardon" und "Titanic"
  • Mitglied der Gruppe "Arnold Hau" mit F.K. Waechter, Robert Gernhardt und Bernd Eilert
  • Autor und Regiseeur zahlreicher Kurzfilme, Kinofilme, Dokumentarfeatures sowie verschiedener Fernsehformate für Kinder und Erwachsene

Filme (Auswahl)

  • 1981 Das Casanova Projekt
  • 1983 Flussfahrt mit Huhn
  • 1987 Sommer des Falken
  • 1991 Wunderjahre
  • 1993 Karakum

 

Zusätzliche Informationen zum geförderten Projekt ansehen

Weiterer Termin: DIE WEITE SUCHEN

Freitag, 4. August, 19 Uhr, Grenhus, Schlagsdorf

Der Film wird im Rahmen der Fotoausstellung „Gewendet“ von Sönke Dwenger über die Nachwendejahre im Osten gezeigt

D 2015, Anima-Dok-Film, Drehbuch, Regie und Buch: Falk Schuster, Produzent: Ralf Kukula, Balance Film GmbH, 30 min

Ausführliche Informationen zur geförderten Produktion ansehen

 

Das Grenzhus

Das Grenzhus ist nicht für die DDR-Grenzsicherung oder die Kontrolle von Verkehrswegen genutzt worden; die Namensgebung erfolgte erst 1999. Das Gebäude wurde 1890 als Wohnhaus des Domänenpächters erbaut und bis 1945 durch die Familie Ledeboer genutzt. Mit der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone 1945 teilte man die Domänenfläche und -gebäude auf. Das Wohnhaus diente zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen, dann als Schulgebäude und ab 1973 als Kindergarten. 1997 begannen die Renovierungsarbeiten für das heutige GRENZHUS, das zum 10. Jahrestag der Grenzöffnung am 10. November 1999 eröffnet wurde. Damit entstand der wichtigste Erinnerungsort zur Geschichte der innerdeutschen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Informationszentrum liegt mitten im historischen Grenzraum. Die fast 1.400 km lange Grenze teilte Deutschland 40 Jahre lang mit schmerzhaften Folgen für die Menschen auf beiden Seiten. Die Grenze entstand im weltpolitischen Zusammenhang des Kalten Krieges und sicherte die SED-Diktatur. Diesseits und jenseits der Sperranlagen wohnten Menschen unter verschiedenen politischen Verhältnissen, Demokratie im Westen und Diktatur im Osten. Hier standen sich die gegensätzlichen Militärbündnisse, NATO und Warschauer Pakt, gegenüber. Eingebettet waren die Sperranlagen in die Landschaft zwischen Ostsee und Elbe. In ihr lernen heute die Besucherinnen und Besucher die Spuren der Vergangenheit zu lesen.

Grenzhus Schlagsdorf

Informationszentrum zur innerdeutschen Grenze

Neubauernweg 1, 19217 Schlagsdorf

Tel. (038875) 20326

aw@grenzhus.de

www.grenzhus.de