Geförderte Produktionen

VATERLANDSVERRÄTER

Produktionsförderung

Förderempfehlung: Sitzung 2009/ 25.000 €

D 2011, Regie: Annekatrin Hendel

www.itworksmedien.com

 

Grimme-Preis verliehen an Annekatrin Hendel für VATERLANDSVERRÄTER

Grimme-Preisträgerin Annekatrin Hendel, mit Producerin Maria Wischnewski, am 12.4.2013 bei der Gala anläßlich der Verleihungen des 49. Grimme-Preises 2013 im Theater der Stadt Marl

Die Begründung der Jury: "Was für ein Filmanfang: Ein Ruderboot, ein Mann, eine Frau, eine Kamera. Der Dichter Paul Gratzik rudert. Die Regisseurin Annekatrin Hendel fragt ihn aus dem Off nach seiner Stasi-Geschichte. Gratzik erinnert sich an einen Spruch seiner Mutter: 'Der schlimmste Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.' Der Gedanke nagt an ihm, die Regisseurin lässt nicht locker. Er bekommt einen Wutausbruch, will plötzlich nichts mehr vom Thema seiner Stasivergangenheit wissen und von Reue schon gar nicht: 'Ich geh über Bord. Ich habe kein Gewissen, ich habe keine Moral. Jedenfalls nicht eure.'

Lange nicht hat man in einem Dokumentarfilm eine so rasante, spannungsgeladene und aussagekräftige Szene gesehen – ein Lehrstück für alle Filmschulen. Und was das Beste ist: Das Versprechen des Anfangs kann der Film einlösen. 'Vaterlandsverräter' ist ein Film der Auseinandersetzung, der Konfrontation, des Dialogischen. Der Dichter Paul Gratzik hatte in der DDR einen großen Namen als Schriftsteller, wurde von Heiner Müller protegiert, war aus einfachen Verhältnissen in die Bohème der DDR-Kunst aufgestiegen.

Dazu gehörte auch: Jahrelang arbeitete er für die DDR, schrieb miese Berichte über Freunde und Kollegen, bespitzelte selbst seine Geliebten. Anfang der 80er Jahre stieg er aus, outete sich und wurde nun selbst zum Beobachtungsobjekt. Der verratene Verräter konnte nicht mehr publizieren. Er zog sich zurück in die Einsamkeit eines Einsiedlerhofs in der Uckermark. Annekatrin Hendel zeigt ihren Protagonisten als eine widersprüchliche, manchmal herausfordernde, manchmal anwidernde Persönlichkeit. Ein Protagonist, der sich gern um Kopf und Kragen redet, pompös, charmant, schroff. Sie lässt ihm keine Ausflüchte, zwingt ihn, sich seiner Geschichte zu stellen, respektiert ihn gleichwohl als Person. Das ist spannend bis aufregend und zwingt den Zuschauer, sich selbst zu dieser polarisierenden Figur zu stellen, eine Haltung zu finden. Es sind schon hunderte Filme über die DDR und die Staatssicherheit gedreht worden – dies ist einer der wenigen, der nicht auf den ausgetretenen Pfaden der Selbstgewissheit läuft."

(Aus: http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1742)

Mehr zur Gala, zu den Preisträgern und zu der Jury:

http://www.grimme-institut.de

Grimme-Preis für in MV geförderten Film VATERLANDSVERRÄTER

Heute gab das Grimme-Institut die diesjährigen Grimme-Preisträger bekannt, darunter Annekatrin Hendel, Mitglied im Mecklenburg-Vorpommern Film e. V., für ihren Film (Buch, Regie) VATERLANDSVERRÄTER, den die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern 2009 gefördert hat. Die Auszeichnung wurde vergeben in der Kategorie Information und Kultur.

Wir gratulieren Annekatrin Hendel ganz herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung!

Von rechts nach links: Preisträgerin Annekatrin Hendel, Paul Gratzik und Sabine Matthiesen, Leiterin Kulturelle Filmförderung MV anläßlich der Premiere von VATERLANDSVERRÄTER bei der 61. Berlinale 2011 (Programm Perspektive Deutsches Kino)

Die Begründung der Jury: "Was für ein Filmanfang: Ein Ruderboot, ein Mann, eine Frau, eine Kamera. Der Dichter Paul Gratzik rudert. Die Regisseurin Annekatrin Hendel fragt ihn aus dem Off nach seiner Stasi-Geschichte. Gratzik erinnert sich an einen Spruch seiner Mutter: 'Der schlimmste Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.' Der Gedanke nagt an ihm, die Regisseurin lässt nicht locker. Er bekommt einen Wutausbruch, will plötzlich nichts mehr vom Thema seiner Stasivergangenheit wissen und von Reue schon gar nicht: 'Ich geh über Bord. Ich habe kein Gewissen, ich habe keine Moral. Jedenfalls nicht eure.'

Paul Gratzik in VATERLANDSVERRÄTER

Lange nicht hat man in einem Dokumentarfilm eine so rasante, spannungsgeladene und aussagekräftige Szene gesehen – ein Lehrstück für alle Filmschulen. Und was das Beste ist: Das Versprechen des Anfangs kann der Film einlösen. 'Vaterlandsverräter' ist ein Film der Auseinandersetzung, der Konfrontation, des Dialogischen. Der Dichter Paul Gratzik hatte in der DDR einen großen Namen als Schriftsteller, wurde von Heiner Müller protegiert, war aus einfachen Verhältnissen in die Bohème der DDR-Kunst aufgestiegen.

Setfoto, mit und bei Paul Gratzik in der Uckermark

Dazu gehörte auch: Jahrelang arbeitete er für die DDR, schrieb miese Berichte über Freunde und Kollegen, bespitzelte selbst seine Geliebten. Anfang der 80er Jahre stieg er aus, outete sich und wurde nun selbst zum Beobachtungsobjekt. Der verratene Verräter konnte nicht mehr publizieren. Er zog sich zurück in die Einsamkeit eines Einsiedlerhofs in der Uckermark. Annekatrin Hendel zeigt ihren Protagonisten als eine widersprüchliche, manchmal herausfordernde, manchmal anwidernde Persönlichkeit. Ein Protagonist, der sich gern um Kopf und Kragen redet, pompös, charmant, schroff. Sie lässt ihm keine Ausflüchte, zwingt ihn, sich seiner Geschichte zu stellen, respektiert ihn gleichwohl als Person. Das ist spannend bis aufregend und zwingt den Zuschauer, sich selbst zu dieser polarisierenden Figur zu stellen, eine Haltung zu finden. Es sind schon hunderte Filme über die DDR und die Staatssicherheit gedreht worden – dies ist einer der wenigen, der nicht auf den ausgetretenen Pfaden der Selbstgewissheit läuft." (Aus: http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1742)

Die 49. Verleihung des Grimme-Preises findet am 12. April 2013 im
Theater der Stadt Marl statt. Sie wird in voller Länge per Livestream
auf www.3sat.de und www.spiegel.de zu sehen sein.

Mehr zum Film unter www.vaterlandsverraeter.com

Geförderter Film des Landes nominiert für den 49. Adolf-Grimme-Preis

VATERLANDSVERRÄTER von Annekatrin Hendel ist nominiert für den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Information und Kultur. Aus 807 Einreichungen und Vorschlägen wurden 57 Produktionen ausgewählt, die sich Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisgala am 12. April in Marl machen können.

VATERLANDSVERRÄTER, der Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel, der bereits international für Furore gesorgt hat und mehrfach ausgezeichnet wurde, ist nun mit  prominenten Mitbewerbern im Rennen um den renommierten Adolf-Grimme-Preis. Diese Nominierung ist ein weiterer großer Erfolg für die Kulturelle Filmförderung des Landes, zeigt sich doch erneut, wieviel mit einer Unterstützung der Kulturellen Filmförderung erreicht und die Aufmerksamkeit auf der großen Film- und TV-Bühne erlangt werden kann. VATERLANDSVERRÄTER erhielt 2009 Produktionsförderung in Höhe von 25.000,00 EUR, die Dreharbeiten fanden zu einem großen Teil im Haus von Paul Gratzik in der Uckermark statt.

Auch die aktuellen Projekte von Annekatrin Hendel in Mecklenburg-Vorpommern werden durch die Kulturelle Filmförderung des Landes begleitet. In DARFST BANI ZU MIR SAGEN geht die Filmemacherin mit Peter Wawerzinek auf eine filmische Spurensuche, um herauszufinden, warum der Verlust seiner Mutter, das Aussetzen als Kleinkind das Leben des Schriftstellers bis ins Heute so schmerzhaft geprägt hat. Und in ANDERSON folgt sie Sascha Anderson, der Kultfigur der Dissidentenszene der DDR, der nach der Wende als Top-Informant des Staatssicherheitsdienstes aufflog, auf dessen verschlungenen Wegen bis ins Heute – ein Film über Identität. "Ich freue mich sehr für Annekatrin und ihr Team, eine verdiente Würdigung für diesen besonderen Dokumentarfilm, und schon heute können wir sehr gespannt sein auf die neuen Filme", sagt Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung MV.

Auflistung aller Nominierten ansehen:

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=44

Wir gratulieren Annekatrin Hendel und dem gesamten Team ganz herzlich und drücken von Mecklenburg-Vorpommern aus ganz, ganz fest die Daumen!

Nominierung für den "Schnitt Preis 2012"

19.9.2012. VATERLANDVERRÄTER, der Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel, der bereits international für Furore gesorgt hat und mehrfach ausgezeichnet wurde, ist im Rahmen von Filmplus Forum für Filmschnitt und Montagekunst in der Kategorie BILD KUNST Schnitt Preis Dokumentarfilm nominiert worden. Gewürdigt für seine großartige Montageleistung wird Jörg Hauschild. Die Nominierung ist ein großer Erfolg für die Kulturelle Filmförderung im Land, zeigt sich doch erneut, wieviel mit einer Unterstützung der Kulturellen Filmförderung erreicht werden kann. VATERLANDSVERRÄTER erhielt 2009 Produktionsförderung in Höhe von 25.000 €, die Dreharbeiten fanden zum großen Teil im Haus von Paul Gratzik zwischen Templin und Prenzlau in der Uckermark statt.

Berlinale 2011: Sabine Matthiesen (Leiterin KFF MV), Paul Gratzick, Annekatrin Hendel (Regisseurin)

FILMPLUS das Kölner Forum für Filmschnitt und Montagekunst veranstaltet den Wettbewerb um den Förderpreis Schnitt zusammen mit der Film- und Medienstiftung NRW und der Stadt Köln sowie mit der Unterstützung der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft BILD – KUNST. Bei dem bereits zum zwölften Mal stattfindenden Wettbewerb rückt die Kunst der Montage in den Mittelpunkt und es werden die herausragenden Arbeiten der Editoren in drei Wettbewerbskategorien prämiert. Zudem bietet es eine Plattform für Präsentation und Diskussion. Die Preise in der Kategorie Schnitt Preise für die beste Schnittleistung in einem deutschen Kinospielfilm und in einem Dokumentarfilm sind mit jeweils 7.500 Euro dotiert. Die Preise werden am 26. November 2012 von einer prominent besetzten Jury im Rahmen einer Preisverleihung vergeben.

FILMPLUS das Kölner Forum für Filmschnitt und Montagekunst findet vom 23.-26. November 2012 in Köln statt, weitere Informationen unter www.filmplus.de.

 

VATERLANDSVERRÄTER

Das großartige filmische Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war und der heute in Mecklenburg lebt. Regisseurin Annekatrin Hendel war neugierig auf das Leben von Paul Gratzik, Schriftsteller und Dramatiker in der DDR. Als IM Peter bespitzelte er seine engsten Freunde und Kollegen, bevor er sich Anfang der 1980er Jahre selbst enttarnte. Was die Regisseurin interessierte, waren die Brüche in seinem Leben. In VATERLANDSVERRÄTER offenbart sich Paul Gratzik ungeheuchelt vor der Kamera. Es gelingt der Regisseurin in ihrem Film, von den Widersprüchen zu erzählen, die sich hartnäckig in Gratziks Leben eingenistet haben – manchmal garstig, manchmal humorvoll. Dadurch entwickelt sich das komplexe Bild einer vielfach gebrochenen Biographie. Der Dokumentarfilm offenbart Gratzik als einen Menschen wie er widersprüchlicher nicht sein kann: man hasst ihn und ist gleichzeitig sehr gerührt. Auch in formaler Hinsicht überzeugt der Film. Die Stimmigkeit der Drehorte und die filmische Umsetzung der Motive tragen zu einer herausragenden ästhetischen Gesamtleistung bei. Die großartige Kameraarbeit sowie der Schnitt und die Musik machen VATERLANDSVERRÄTER zu einem echten Kinoerlebnis.

Mehr zum Film unter www.vaterlandsverraeter.com

VATERLANDSVERRÄTER von Annekatrin Hendel im Rennen um den Deutschen Filmpreis die Lola

43 Filme von HALT AUF FREIER STRECKE über TOM SAWYER bis VATERLANDSVERRÄTER stehen auf der Vorauswahlliste für die Verleihung des Deutschen Filmpreises im April 2012. Die Mitglieder der Vorauswahlkommissionen der Deutschen Filmakademie haben 26 Spielfilme, zwölf Dokumentarfilme und fünf Kinderfilme benannt. Am 23. März 2012 werden die endgültigen Nominierungen für den Deutschen Filmpreis bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet im Berliner Friedrichstadtpalast dann am 27. April 2012 statt.

VATERLANDSVERRÄTER wurde durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern gefördert und wurde bereits zur Berlinale 2011 gefeiert. "Das ist erneut ein großer Erfolg für die Arbeit der Kulturellen Filmförderung des Landes, ein Film über den Schriftsteller Paul Gratzik, ein großartiges filmisches Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war und der heute in Mecklenburg lebt. Mit „Vaterlandsverräter“ liegt eine Geschichte über die DDR, ihre Kritiker und die Stasi vor, wie sie noch nicht erzählt worden ist", freut sich Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern.

Annekatrin Hendel: "Großgeworden im hermetisch abgeschlossenen Mikrokosmos eines schließlich gescheiterten Systems, gehören wir der letzten Generation an, die in der DDR erwachsen wurde. Kulturell geprägt in den Nischen des real sozialistischen Alltags, verfügen wir somit über ein vom Aussterben bedrohtes künstlerisches Potential. Wir haben mit unserem speziellen biografischen und zeitgeschichtlichen Hintergrund etwas Unverwechselbares in die deutsche Filmlandschaft einzubringen und setzen auf die Besonderheit und die Kraft, die von unseren Wurzeln ausgeht".

Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen!

Die Vorauswahl 2012: http://www.deutsche-filmakademie.de/uploads/media/Vorauswahl_2012.pdf

VATERLANDSVERRÄTER – MV-Premiere 2011

Freitag, 13. Mai 2011  um 20:00 Uhr im Hansa Filmpalast

Gefördert durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern Premiere

Der größte Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Diesen Spruch seiner Mutter hatte der Schriftsteller Paul Gratzik, ein gefeierter Vertreter der DDR-Literaturszene, immer im Ohr. Trotzdem war er 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes, bis er sich 1981 selbst enttarnte. Es folgten Sanktionen, Zermürbungen durch den Unrechtsstaatsapparats und natürlich Publikationsverbot. Annekatrin Hendel zeigt in authentischen Bildern, wie sich Gratzik 40 Jahre lang zwischen Schuld und Unschuld bewegt und macht deutlich, daß eine einfache Täter-Opfer-Zuweisung nicht immer möglich ist.

D 2011, Regie: Annekatrin Hendel, Dokumentarfilm, 97 min

Berlinale 2011 "Perspektive Deutsches Kino"

Das Filmteam ist anwesend


Annekatrin Hendel

geboren in Ost-Berlin

ab 1987 freie Kostüm- und Szenenbildnerin

1999 erste Kurzfilmregie

2004 Gründung der It Works! Medien GmbH

Filme (Auswahl)

2000 Ein Star im Off

2008 Mit Phantasie gegen den Mangel

2011 Mein Leben – Christian 'Flake' Lorenz

Film der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern auf der Berlinale 2011

VATERLANDSVERRÄTER von Annekatrin Hendel vor ausverkauftem Haus gefeiert

  
Sabine Matthiesen, Paul Gratzik,     Die Protagonisten und das Filmteam
Annekatrin Hendel

Das erste, was Gratzik trotzig im Film von sich gibt ist: Über die Stasi rede er nicht. Das könne sie, Regisseurin Annekatrin Hendel, sich aus dem Kopf schlagen. Punkt. Aber es gibt diesen Film über den ehemaligen IM doch. Er wird in der Welturaufführung in der Reihe Perspektive Deutsches Kino im Programm der 61. Berliner Filmfestspiele vor 400 Gästen gefeiert. Und alle sind sie da: Annekatrin Hendel holt die Protagonisten und die Filmcrew auf die Bühne – und zum Schluß Paul Gratzik. Der ist sichtlich gerührt, verneigt sich vor dem Publikum und zieht seinen Hut vor Annekatrin Hendel. Tief beeindruckt ist er von dem Filmerlebnis, die große Leinwand, die vielen Menschen, alte Weggefährten, verflossene Liebschaften, seine Kinder…

"Vaterlandsverräter" wurde durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern gefördert. "Die Einladung zur Berlinale ist ein großer Erfolg für die Arbeit der Kulturellen Filmförderung des Landes. Besonders schön ist, daß Edition Salzgeber den Film im Herbst in die deutschen Kinos bringen wird. Der Film wird dadurch bundesweit die Menschen erreichen, der Applaus und die hervorragenden Kritiken der Presse lassen eine große Resonanz vermuten", freut sich Sabine Matthiesen.

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung war von der Qualität des Stoffes begeistert und sprach dem Film eine Stoffentwicklungsförderung aus. Auch das fertige Drehbuch überzeugte und man war sich einig darin, der ebenfalls die Produktion zu fördern. Erneut ein weiteres schönes Beispiel für die Verbundförderung, denn durch diese Förderzusage konnte auch die Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein fördern und Annekatrin Hendel die Finanzierung für den Film schneller schließen.

VATERLANDSVERRÄTER, der Dokumentarfilm über einen rebellischen Charakter und eine problematische Schriftstellerkarriere hat allerdings einen geradezu poetisch auf den Betrachter wirkenden Ort. Es ist ein einsam in der Uckermark gelegenes Gehöft, fast verlorenen in den weiten Feldern und doch geschützt von Bäumen bewacht. Auf diesem halb verlassenen Bauernhof lebt der 75-jährige Paul Gratzik, ein Literat nicht aus der allerersten Garde der ehemaligen DDR-Prominenz oder man kann auch sagen „Bohéme“, der aber doch zeitweilig in den 60er und 70er Jahren mit seinen Arbeiten einen nicht geringen Eindruck auf das Theaterleben in der DDR machte, ein Freund Heiner Müllers, der auch in „Westdeutschland“ mit seinen Veröffentlichungen im Rotbuchverlag auf Interesse stieß. Er selbst nennt sich lieber „Dichter“ als Schriftsteller, so hat es zumindest den Anschein, wenn man Hendels Film verfolgt.

Zu diesem immer noch beeindruckenden Mann pilgert die Filmemacherin in eine winterliche schneeverwehte, frostige Einöde. Sie erfährt dort Geborgenheit in seinem mit Briketts beheizten Räumen. Sie taut im Gegenpart diesen wirschen Charakter auf, der nach eigenem Bekunden nicht mit Menschen umgehen kann. Gratzik wird seiner ihm vielleicht auch unbewußt zugedachten Rolle als Ersatzvater und leidender DDR-Zeuge mit allem Zorn und Zärtlichkeit in einer bravourösen Art gerecht. Und das obwohl Hendel in Gratziks Lebenswunden beharrlich und geduldig herumstochert. Sie fragt immer wieder unerschrocken nach, steckt seine Wutausbrüche weg, als ob es nichts wäre. Und Paul Gratzik kann wirklich sehr ungemütlich, gerade zu bedrohlich werden, wenn seine Gesprächpartnerin auf seine Vergangenheit als inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit der DDR zu sprechen kommt.

Schon im Prolog lädt er Hendel mit seiner widersprüchlichen Art, in der er einerseits zu seinen sozialistischen Prinzipien und Illusionen wie in Kadertreue steht, andererseits aber doch von moralischen Gewissensbissen geplagt wird („Der größte Feind im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant.“), zum Nachfragen ein. Um dann in einem Wutanfall zu explodieren („Ich habe kein Gewissen, ich habe keine Moral, jedenfalls nicht eure. Wir haben euch Kapitalisten viel zu wenig ans Bein gepisst ... diese Ackermanns ...“)

20 Jahre lang hat Gratzik Freunde und Kollegen aus der Literaten- und Theaterszene fürs Politbüro bespitzelt, um dann zu erkennen, dass er und sein doch so von ihm gewollter DDR-Staat auch an der Stasi und ihren Zuträgern zugrunde gingen. Anfang der 80er Jahre hat er dann seine IM-Tätigkeit, trotz befürchteter Repressalien und sogar Todesangst, aufgegeben und sich in Folge bei vielen der Betroffenen als ehemaliger IM geoutet. Dadurch wurde er praktisch arbeitslos in der DDR. Er bekam kein Bein mehr an Land, wie ihm sein Führungsoffizier zuvor schon prophezeit hatte.

Wie perfide und allumfassend das staatsgelenkte Spitzelsystem in der DDR war, wird im Film vor allen durch ein Gespräch der Filmemacherin mit einer ehemaligen Geliebten Gratziks, der Opernsängerin Renate Biskup, deutlich. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit der Stasi, die immer an allen Karrieren beteiligt gewesen sei und diese auch beenden konnte. In Bezug auf ihren früheren Freund bis dato noch ahnungslos, fällt sie aus allen Wolken, als ihr Hendel schließlich die traurige Wahrheit offenbart. Gratzik wiederum wurde zu gleichen Zeit, als er Dinge von und über Biskup an die Stasi weiterleitete, von einem anderen Kollegen bespitzelt, über den er selber einige Jahre zuvor für die Stasi Berichte schreiben musste. „Geistiger Inzest der Stasi“, empört sich Biskup fassungslos, während Gratziks Führungsoffizier über dessen Vertrauensbruch nur gelassen davon spricht, dass seinem Schützling in diesem Fall wohl die staatlichen Interessen mehr bedeutet hätten als seine persönlichen.

Annekatrin Hendels Film schildert ein widersprüchliches, in seinen tragischen Wendungen wohl nicht untypisches Schicksal eines DDR-Intellektuellen, der sich wie viele andere einen besseren Staat, wenn nicht das "Paradies auf Erden", erträumte und der trotz aller rührenden Selbsterkenntnis und polternder Reue am Ende nicht von seinen Illusionen lassen kann. (Helmut Schulzeck)

Nach einer Pressemeldung von infomedia.sh.de

 

Annekatrin Hendel (Vita und Filmografie) 

Annekatrin Hendel ist in Berlin geboren und hat 2 Kinder. Nach Abschluss eines Designstudiums beginnt sie freiberuflich als Kostüm- und Szenenbildnerin für Bühne und Film zu arbeiten. Im Januar 1989 ist sie Mitbegründerin des Berliner Theater 89. Ihr Regiedebüt gibt sie 1999 mit dem Kurzfilm CHIQUITA FOR EVER. Im Jahr 2004 gründet sie die IT WORKS! Medien GmbH, wo sie als Geschäftsführerin tätig ist. Gleich der erste hier produzierte Film ZUR ZEIT VERSTORBEN gewinnt zahlreiche Festivalpreise und wird nominiert zum Deutschen Kurzfilmpreis 2004. Mit Lust und Hingabe für das Filmemachen und mit einem kontinuierlich arbeitenden Pool von Mitarbeitern, stellt Annekatrin Hendel erfolgreich anspruchsvolle Publikumsfilme her.

(Alle Fotos: Filmbüro MV).

www.vaterlandsverraeter.com

Film der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern auf der 61. Berlinale 2011

VATERLANDSVERRÄTER von Annekatrin Hendel läuft im renommierten Programm "Perspektive Deutsches Kino"

Annekatrin Hendel ist mit ihrem neuesten Film "Vaterlandsverräter", der durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurde zur Berlinale in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino" eingeladen worden. "Das ist ein großer Erfolg für die Arbeit der Kulturellen Filmförderung des Landes, ein Film über den Schriftsteller Paul Gratzik, der 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR- Staatssicherheitsdienstes war, Mitte der 80er Jahre ausstieg und sich selbst enttarnte. Ein großartiges filmisches Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war und der heute in Mecklenburg lebt. Mit VATERLANDSVERRÄTER liegt nun eine Geschichte über die DDR, ihre Kritiker und die Stasi vor, wie sie 20 Jahre nach ihrem Ende, noch nicht erzählt worden ist", freut sich Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern. 

Die Berlinale-Premiere findet am Sonntag, den 13.2. um 19:30 Uhr im Cinemaxx 3 am Potsdamer Platz statt.

Annekatrin Hendel produziert mit ihrer Firma IT WORKS! Medien bereits seit einigen Jahren erfolgreich Filme, dies ist die erste lange Regiearbeit. Sie offenbart einen Menschen wie er widersprüchlicher nicht sein kann: man hasst ihn und ist gleichzeitig sehr gerührt. "Großgeworden im hermetisch abgeschlossenen Mikrokosmos eines schließlich gescheiterten Systems, gehören wir der letzten Generation an, die in der DDR erwachsen wurde. Kulturell geprägt in den Nischen des real sozialistischen Alltags, verfügen wir somit über ein vom Aussterben bedrohtes künstlerisches Potential. Wir haben mit unserem speziellen biografischen und zeitgeschichtlichen Hintergrund etwas Unverwechselbares in die deutsche Filmlandschaft einzubringen und setzen auf die Besonderheit und die Kraft, die von unseren Wurzeln ausgeht", sagt Annekatrin Hendel.

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung war von der Qualität des Stoffes begeistert und sprach dem Film eine Stoffentwicklung aus.  Auch das fertige Drehbuch überzeugte und man war sich einig darin, der Produktion eine Förderzusage auszusprechen. Erneut ein weiteres schönes Beispiel für die Verbundförderung, denn durch diese Förderzusage konnte auch die Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein fördern und Annekatrin Hendel die Finanzierung für den Film schneller schließen. 

VATERLANDSVERRÄTER (Synopsis)

So schwer, wie man zu ihm hinkommt, kommt man auch an ihn heran. Im Nirgendwo der Uckermark kämpft sich die Regisseurin Annekatrin Hendel durch den Schnee. Es ist der Drehstart für einen Film über den 75 Jahre alten Schriftsteller Paul Gratzik, Stasi-Zuträger, Aussteiger, Dissident. Das erste, was Gratzik trotzig von sich gibt ist: Über die Stasi rede er nicht. Das könne sie, Annekatrin Hendel, sich aus dem Kopf schlagen. Punkt.

Aber es gibt diesen Film doch. [...] Gratzik hat seine Arbeit als IM wegen Vaterlandsverrat, dem der Funktionäre an den Menschen in der DDR, beendet und sich radikal geoutet. Die Konsequenzen, nicht mehr veröffentlichen zu können und selbst bespitzelt zu werden, nimmt er damit in Kauf. [...] Für den Film zieht sie mit ihm durch wichtige Stationen seines Lebens und erlebt die Härten seines Alltags. Zu Wort kommen eine verflossene Liebe, seine erwachsenen Kinder, Freunde, Kollegen, sein Führungs-Offizier und ein IM, der später auf ihn angesetzt wird.

Und natürlich Gratzik selbst, seine Erinnerungen, seine Texte und die von ihm verfassten Stasiberichte. Dass er, der sich gerne um Kopf und Kragen redet, dabei letztlich keine Erwartungshaltung bedienen muss, ist der sensiblen Handschrift dieser Filmemacherin zu verdanken. Und ihrer hartnäckigen Neugier: dass er dann zwar doch mit ihr redet, sich aber in seiner ihm immanenten Zerrissenheit und Sturheit treu bleiben darf. Annekatrin Hendel verzichtet von vornherein auf die "Moral von der Geschicht" und kann resümierend damit leben, dass Täter und Opfer in einer Person sich vor Allem zu "Mensch" neutralisiert.

Juliane Voigt (Journalistin)

Annekatrin Hendel (Vita) 

Annekatrin Hendel ist in Berlin geboren und hat 2 Kinder. Nach Abschluß eines Designstudiums beginnt sie freiberuflich als Kostüm- und Szenenbildnerin für Bühne und Film zu arbeiten. Im Januar 1989 ist sie Mitbegründerin des Berliner Theater 89. Ihr Regiedebüt gibt sie 1999 mit dem Kurzfilm CHIQUITA FOR EVER. Im Jahr 2004 gründet sie die IT WORKS! Medien GmbH, wo sie als Geschäftsführerin tätig ist. Gleich der erste hier produzierte Film ZUR ZEIT VERSTORBEN gewinnt zahlreiche Festivalpreise und wird nominiert zum Deutschen Kurzfilmpreis 2004. Mit Lust und Hingabe für das Filmemachen und mit einem kontinuierlich arbeitenden Pool von Mitarbeitern, stellt Annekatrin Hendel erfolgreich anspruchsvolle Publikumsfilme her.

Pressevorführungen finden in Berlin statt am

Dienstag, 25.1., 10:45 Uhr, Cinemaxx 2 am Potsdamer Platz

Sonntag, 13.2., 14:00 Uhr, Cinemaxx 5 am Potsdamer Platz

Berlinale-Premiere: Sonntag, 13.02., 19:30 Uhr, Cinemaxx 3 am Potsdamer Platz

Wiederholung 1: Montag, 14.2., 13:00 Uhr, Colosseum

Wiederholung 2: Montag, 14.2., 20:30 Uhr, Cinemaxx 1 am Potsdamer Platz

Pressebetreuung: Jan Künemund von der Edition Salzgeber: Mehringdamm 33, 10961 Berlin Telefon (030) 285 290 70, Telefax (030) 285 290 99.