Geförderte Projekte

PROJEKT A –

EINE REISE ZU ANARCHISTISCHEN PROJEKTEN IN EUROPA

Produktionsförderung

Förderempfehlung: 1. Sitzung 2010/ 25.000

D 2015, Dokumentarfilm, 90 min, Regie: Moritz Springer, Marcel Seehuber, Drehbuch: Moritz Springer, Marcel Seehuber, Kamera: Marcel Seehuber, Schnitt: Frank Müller, Ton: Moritz Springer, Produzent: Rene Römert, Produktion (Firma): Port-Au-Prince Film & Kultur Produktion GmbH, Produktion: Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH

Welturaufführung in der Reihe NEUES DEUTSCHES KINO  und Publikumspreis beim Filmfest München 2015

Kinostart: 4. Februar 2016

www.projektA-film.net

Zur Synopsis

 

PROJEKT A jetzt auch auf DVD erhältlich

PROJEKT A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa

Ein Film von Moritz Springer und Marcel Seehuber – gefördert durch die Kulturelle Filmförderung MV

Die DVD des Films mit Untertiteln in Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch und einem 40-seitigen Booklet mit Interviews, Musik von Juanito Piquete und Tsiritsantsoules, Deleted Scenes und dem Kino-Trailer, ist am 23.12.2016 beim Label good!movies film erschienen und kann dort direkt bestellt werden, zum Preis von 16,90 €.

Der Film taucht in die vielschichtige Welt der Anarchisten ein und bricht mit den gängigen Klischees über Steinewerfer und Chaoten. Er eröffnet den Blick auf eine Bewegung, die das Unmögliche fordert, an den Grundfesten unserer Gesellschaft rüttelt und gerade deshalb das Augenmerk auf zentrale ungelöste Fragen unserer Zeit lenkt.

D 2015, Dokumentarfilm, FSK 12, 85 min

PROJEKT A – 14 Tage Kino – 14 Days of Cinema

Von den Machern von PROJEKT A:

Zwei Wochen nach Filmstart können wir nur eines sagen: Wir sind überwältigt.

Es fällt schwer die Menge an Erlebtem und all die positiven Eindrücke der letzten paar Tage hier auch nur einigermaßen entsprechend in Worte zu fassen.

Moritz, Hanna, Marcel

Die offene und durchwegs positive Presseresonanz, die überfüllten Kinos  und vor allem das unglaubliche Feedback nach dem Film haben wir so nicht erwartet und es haut uns förmlich um. Den Anfang machte die Premiere am 2. Februar 2016 in Berlin. Angesichts der 450 Plätze im großen Saal der Volksbühne kam erst mal das große Muffensausen. Wo sollten die ganzen Menschen herkommen? Am Ende war die Volksbühne ausverkauft!!! 570 Menschen!

Danach ging es direkt auf Filmtour. Wir – Hanna, Moritz und Marcel – starteten im Norden und reisten von Kino zu Kino. Greifswald, Rostock, Hamburg, Kiel, Lübeck, Berlin, Potsdam und Eberswalde – überall das gleiche Bild. Lange Schlangen an der Kinokasse und großes Interesse von allen Seiten. Mehr als 4000 Zuschauer in 14 Tagen, obwohl wir in sehr vielen Städten noch gar nicht angelaufen sind.

Unglaublich! Jeden Tag kommen neue Kinos dazu, die Projekt A spielen wollen. Nicht zuletzt auch immer wieder durch die Initiative von Menschen vor Ort, die ihre Kinos ansprechen. Jörg von Drop-Out jongliert mit den Kopien und teilt und vernetzt unermüdlich. Hier ein aktueller Überblick über die Spieltermine.

Am spannendsten sind für uns die Diskussionen und Gespräche nach dem Film. Ob aus diesem positiven Gefühl, daß die Menschen scheinbar mit nach Hause nehmen etwas entstehen wird, werden wir sehen. Wünschen würden wir es uns.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch bei allen Stiftungen und Gruppen, die uns die Filmtour ermöglichen:

Petra Kelly – Heinrich-Böll Stiftung Bayern / Umdenken – Heinrich-Böll Stiftung Hamburg / Heinrich-Böll Stiftung Mecklenburg-Vorpommern / Heinrich-Böll Stiftung Sachsen-Anhalt / FAU Dresden / Attac Regionalgruppe Dresden / UT Connewitz / Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg / Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung / Stern e. V. / Kulturbüro Stadt Burghausen / FAU Regensburg / Ostentor Kino Regensburg / und manche die noch dazu kommen und andere, die wir vergessen haben.

Und hier noch ein Best Of aus der sehr zahlreichen Presse, die über uns berichtet:

PROJEKT A feiert seine Premiere

Der von der Kulturellen Filmförderung des Landes geförderte Film von Moritz Springer und Marcel Seehuber feiert seine Mecklenburg-Vorpommern Premiere am Donnerstag, 4. Februar 2016 um 20 Uhr im LiWu Rostock. Die Vorführung findet in Anwesenheit des Teams und der Protagonistin Hanna Poddig statt.

Anarchie ist machbar – welche politische Idee steckt dahinter und wo versuchen sich Menschen an der konkreten Umsetzung? Die Dokumentarfilmer Moritz Springer und Marcel Seehuber begeben sich auf eine dreijährige Reise durch Europa, um Antworten zu finden.

PROJEKT A taucht ein in die vielschichtige Welt der Anarchisten. Die Filmmacher besuchen das "Internationale Anarchistische Treffen" in der Schweiz mit 3.000 Teilnehmenden, lernen die Arbeit einer anarchosyndikalistischen Gewerkschaft in Barcelona kennen. In Deutschland begleiten sie die Anti-Atom-Aktivistin Hanna Poddig und sprechen mit Vertretern des sehr erfolgreichen Münchener Kartoffelkombinats. Der Dokumentarfilm zeichnet ein Bild jenseits von Klischees – Menschen berichten von ihren Utopien und ihrer Motivation, vom Abbau von Hierachien und von einer konstruktiven Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Miteinanders.

"Der Anarchismus ist eine Idee, die radikal alles in Frage stellt – auch sich selbst – und deren schonungslose Kritik vor nichts halt macht. Dabei ist die Idee ziemlich einfach: Anarchie ist, wenn kein Mensch über den anderen herrscht", so Moritz Springer über den roten Faden des Films. Im Juli 2015 gewann Projekt A den Publikumspreis beim Filmfest München.

(D 2015, 84 min., Port au Prince Film & Kultur Produktion GmbH)

Den Trailer sowie aktuelle Informationen finden Sie unter www.projekta-film.net

PROJEKT A gewinnt den Publikumspreis beim Filmfest München!

Von der Kulturellen Filmförderung des Landes geförderter Film wird vom Publikum unter 180 Filmen als Lieblingsfilm gewählt – ein großer Erfolg für Filmteam und Produktion. Die Filmförderung des Landes erhält erneut bundesweite Aufmerksamkeit und ist erfolgreich unterwegs als audiovisueller Botschafter aus Mecklenburg-Vorpommern.

Der Radiosender BAYERN 3 und die Süddeutsche Zeitung suchten den beliebtesten Film des 33. FILMFEST MÜNCHEN. Die Besucher wählten aus dem gesamten Filmfestprogramm zum 12. Mal ihren Lieblingsfilm, den deutschen Dokumentarfilm PROJEKT A, der im Rahmen

Marcel Seehuber (Mitte) bei der Preisübergabe in München

"PROJEKT A ist fertig, und es war für mich ein sehr persönlicher Film. Inspiriert durch die Begegnung mit dem Anarchisten Horst Stowasser entstand die Vision für einen Film über anarchistische Ideen. Fünf Jahre später ist daraus ein Film geworden, ganz anders als gedacht und doch rund. Auf dem Münchner Filmfest hatten wir jetzt die großartige Möglichkeit mit vielen der Beteiligten die Erstaufführung zu feiern und diese wertvolle Auszeichnung zu bekommen", sagt Regisseur Moritz Springer.

Vom Land Mecklenburg-Vorpommern erhielt der Film durch seine Kulturelle Filmförderung zunächst eine Unterstützung für die Stoff- und Projektentwicklung, im Anschluß eine Produktionsförderung in Höhe von 25.000€. Das Projekt wurde durch die hiesige Filmförderung über fünf Jahre konsequent betreut und das Ergebnis zeigt erneut wieviel Aufmerksamkeit im Kino mit einer kleinen Förderung erreicht werden kann. Ein Publikumspreis ist eine ganz besondere Auszeichnung, denn der Film hat die Zuschauer überzeugt und begeistert. Die mutigen Entscheidungen der Auswahlkommission haben damit ein Filmtalent aus unserem Land gefördert und ihm den erfolgreichen Weg geebnet. Moritz Springer war viele Jahre der Leiter der Medienwerkstatt "Blickfang" in Klein Jasedow, im hintersten Winkel Mecklenburg-Vorpommerns“, freut sich Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung.

Herzlichen Glückwunsch an Moritz Springer, Marcel Seehuber und das gesamte Filmteam von der Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Synopsis

Nachdem Sozialismus auf dem Abstellgleis der Geschichte gelandet ist und Kapitalismus für Ungerechtigkeit und Ausbeutung steht, sind neue Visionen gefragt: Andere Formen des Zusammenlebens, der Zusammenarbeit und des Handelns, aber auch ein anderes Menschenbild. Der Film zeigt Projekte und Aktionen in Athen, Barcelona oder München, in denen genau dies geschieht, in denen sich Menschen autonom und gleichberechtigt organisieren und selbstbestimmt verwalten, in Konsens und mit Gemeineigentum.

Als in Athen Autos brennen sind die Filmer Moritz Springer und Marcel Seehuber mittendrin. Anarchie kann man hier in der doppelten Verwendung des Begriffs erleben: Als Klischee für gewaltbereites Chaos und als Utopie für herrschaftsfreies Zusammenleben. Aktivisten führen sie durch das Stadtviertel Exarchia und präsentieren den besetzten Park Navarinou und das selbstverwaltete kostenlose Gesundheitszentrum "Vox".

Seit den Anfängen galt Anarchismus als Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus und seit Marx Bakunin von der Internationalen ausschloß und dieser als Antwort  darauf die Antiautoritäre Internationale in St. Imier/ Schweiz gründete, gibt es dort das internationale Treffen der Anarchisten. Hier holen sich die Sympathisanten das theoretische Rüstzeug für ihre Utopien.

Gerade ist Hanna Poddig wieder einmal aus der Haft entlassen. Der Aufenthalt im Gefängnis kann die junge deutsche Aktivistin nicht abschrecken. Sie läßt sich wieder an die Gleise schmieden, um den nächsten Atomtransporter zu blockieren. Aber ihr geht es nicht nur um den Ausstieg aus der Atomenergie, sondern u. a. grundsätzlich um eine andere Verteilung der Macht.

Bevor der Faschismus in Spanien die Macht übernahm war die anarchistische Bewegung dort mit ihren syndikalistischen Gewerkschaften und 500.000 Mitgliedern eine gesellschaftliche Größe. Davon können die heutigen Anarchisten nur träumen. Trotzdem greifen sie auf eine ungebrochene Tradition zurück. So praktiziert die heutige anarchistische Gewerkschaft CGT erfolgreich eine föderale Struktur. Und aus dem Untergrund heraus gründete der weltbekannte "katalanische Robin Hood" Enric Duran zusammen mit Weggefährten eine Kooperative für Menschen, die Wege aus dem Kapitalismus suchen. Die Filmemacher interviewen über Internet den immer noch weltweit gesuchten Duran und begleiten Mitglieder bei der Gründung neuer Kooperativen auf dem Lande.

Selbst in der Schicki-Micki-Hauptstadt gibt es Bewegung. Das Münchner Kartoffelkombinat führt das "A" zwar nicht im Programm, aber die gleichen Ideen von genossenschaftlichem Arbeiten und Kollektivierung bestimmen den Alltag, an dessen Ende auf jeden Fall eine reiche Ernte steht.

 

Moritz Springer

Geboren 1979 in Starnberg, aufgewachsen in München, lebt mit Freunden und Familie auf dem selbst aufgebauten Hof in der Nähe von Berlin

  • Seit 1997 Auseinandersetzung mit dem Medium Film in diversen Funktionen
  • seit 2002 erste eigene Projekte
  • 2006-2010 Leiter der Medienwerkstatt Klein Jasedow, Leitung von Kurzfilmcamps, Umsetzung diverser Medienprojekte und Veranstaltungen
  • 2007 Sprecher des Forum Junger Film MV
  • 2013 das Dokumentarfilmdebüt mit JOURNEY TO JAH, der unter anderem den Publikumspreis auf dem Züricher Filmfest und den Preis der DEFA Stiftung beim Max Ophüls Preis gewann

 

Filme

Dokumentarfilm

  • 2013 – JOURNEY TO JAH, Kino-Dokumentarfilm, 89 min, gefördert durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, Deutsche Filmförderung, Züricher Filmförderung, Bundesamt für Kultur Schweiz, Festivals: Züricher Filmfest (Publikumspreis), IDFA, Max Ophüls Preis (Preis der DEFA Stiftung), LOLA@Berlinale
  • 2012 – DEUTSCH ODER POLNISCH, 90 min, gefördert durch die Europäische Union
  • 2003 – DEM CHAOS ENTSPRUNGEN, 45 min, gefördert im Rahmen des Aktionsprogramms Jugend für Europa der Europäischen Union

Kurzfilme und anderes

  • 2009 – Wahlspot für die Kommunalwahl in Wismar 2009, gefördert durch die Hansestadt Wismar, Mecklenburg-Vorpommern Film  e. V., Landesrundfunkzentrale MV, Verdi u.a.
  • 2008 – "en felkelek“, Videoclip für Lai Quendi
    2007 – "Take a deep breath", Musikclip für Stormbirds
  • 2007 – "Alle anders – Alle gleich", Dokumentation für den DNK, 15 min
  • 2007 – "Der schwarze Peter", Dokumentation zum Theaterstück, 5 min
  • 2006 – "Wasting your time", Musikclip für Krach
  • 2004 – "Mietar on Tour", unterwegs zu Kinderheimen in Polen und Litauen, Präsentationsfilm, 22 min
  • 2002 – "Der Zauberhut", Kurzfilm, 3 min

 

Marcel Seehuber

Foto: Tom Zelger

  • Geboren 1976 in München, aufgewachsen in Altötting, subkulturelle Sozialisation in der DIY Punkbewegung
  • seit 1997 im Bereich Film tätig
  • von 2003 bis 2009 Studium (Kamera) an der Filmakademie Baden-Württemberg, das er mit dem Diplomfilm DIE MASSNAHME (Gewinner des First Steps Award 2009; Regie: Maik Bialk) abschloß
  • weitere ausgezeichnete Langfilme: DIE GEDANKEN SIND FREI (2006, Regie: Saara Waasner), GYSI UND ICH (2006, Regie: Maik Bialk)
  • lebt seit 2009 wieder in seiner Heimatstadt Altötting, wo er Mitinitiator eines selbstverwalteten Hausprojektes ist und im Selbstversuch praktische Erfahrung in hierarchiefreier Organisation sammelt. Berater im Verbund des Mietshäuser Syndikats für andere Hausprojekte