Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern

Förderempfehlungen der Auswahlkommission

Sitzung vom 16. November 2017

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 16. November 2017 in Wismar und gab in ihrer zweiten Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

P02 – ALS WIR KINDER SPITZEL WAREN

Dokumentation

Regie: Wiebke Possehl, Kathrin Matern, Produktionsfirma: Populärfilm Media GmbH, Rostock

Fördersumme: 30.000€

Der Gitarrist Christian Ansehl, der Boxer Axel Schulz und der Politiker Stefan Liebich haben etwas gemeinsam. Der DDR-Sicherheitsapparat hatte sie im minderjährigen Alter zu Spionen gemacht. Kinder als Kundschafter des Friedens – Denunzianten in Pionier- und FDJ-Hemden. Immer wieder sind es dieselben Muster, mit denen die Stasi ihre jugendlichen Spitzel gewinnt.

Der Film erzählt die Lebenswege unserer Protagonisten aus dem Jetzt und Heute heraus. Wir lernen sie in ihrem persönlichen Umfeld kennen, begleiten sie bei der Arbeit und ganz persönlichen Dingen. Wir besuchen mit ihnen Originalschauplätze ihrer Jugend und beobachten sie im Dialog mit Menschen, die ihnen damals nahe standen.

 

P10 – JOBCENTER

Kurz-Dokumentarfilm

Regie und Produktion: Johanna Huth, Julia Gechter

Fördersumme: 26.000€

Demographischer Wandel, Arbeitslosenquote, Flüchtlingswelle – im Jobcenter werden diese Begriffe konkret. Zwischen Bürokratie und engen Terminen findet eine menschliche Begegnung statt. Der Film portraitiert das Spannungsfeld zwischen Vermittlern, die ihren Aufgaben versuchen gerecht zu werden, und den Hilfebedürftigen, die in dieses System eingegliedert werden sollen. Individuum und Gesellschaft prallen aufeinander. Welche Wege werden sie gehen?

 

P11 – HOHE KUNST AUFS FLACHE LAND

Dokumentarfilm

Regie: Jörg Herrmann, Produktionsfirma: Clip Film GmbH, Stralsund

Fördersumme: 30.000€

Die Kunsthalle Rostock war der erste und einzige Kunstmuseumsneubau in der damaligen DDR. Das moderne Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst wurde schnell über die Landesgrenzen hinaus bekannt und öffnete den Blick auf die Kunst der baltischen Länder, auch jenseits des sozialistischen Realismus. Nach einer Fast-Schließung in den Neunzigern besitzt sie heute wieder eine hervorragende nationale und internationale Reputation.

 

P12 – JÜRGEN FRIEDRICH MAHRT

Dokumentarfilm

Regie: Sönje Storm, Produktionsfirma: Max Milhahn Filmproduktion, Berlin

Fördersumme: 6.500€

Jürgen Friedrich Mahrt (1882-1940) ist ein Pionier der dokumentarischen Fotografie in Norddeutschland. Sein Hauptmotiv: das Landleben im frühen 20. Jahrhundert. Er war Bauer, sammelte aber lieber Schmetterlinge und baute ein privates Museum auf. Der Film öffnet seinen Nachlass – eine Zeitkapsel aus der Ära nach dem Ersten Weltkrieg.

 

Stoff- und Projektentwicklung

S03 – DIMENSION HEIMAT

Dokumentarfilm

Autorin: Franziska Hoffmann

Fördersumme: 7.500€

DIMENSION HEIMAT ist die persönliche Momentaufnahme des Dorfes Dranske in Mecklenburg-Vorpommern 30 Jahre nach der Wende. Im Mittelpunkt des Films steht die Veränderung des Dorfes nach dem Wechsel eines politischen Systems. Anhand verschwundener Orte des Dorfes Dranske erzählen die Dorfbewohner Geschichten von einer Realität, die es nicht mehr gibt.

 

Verleih, Vertrieb und Abspiel

V02 – ÜBER LEBEN IN DEMMIN

Annekatrin Hendel, IT WORKS! Medien GmbH, Berlin

Fördersumme: 2.250€

Die Stadt Demmin mitten in Mecklenburg-Vorpommern wurde vor mehr als 70 Jahren erschüttert, als Gemeinschaft traumatisiert. Nicht nur Hitler beendete vier Tage kurz vor Ende des Krieges sein Leben, sondern etwa 10% der Einwohner der Stadt Demmin töteten sich im Zusammenhang mit dem Eintreffen der sowjetischen Soldaten selbst, ihre Familien, ihre Kinder. Das hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Fast jede Familie in Demmin war und ist betroffen. Die größte Massenselbsttötung in der deutschen Geschichte.

 

Gesamtfördersumme: 102.250€

Sitzung vom 31. März 2017

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 31. März 2017 in Wismar und gab in ihrer erste Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch den Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

P02 – CAT LAKE CITY

Animationsfilm

Regie: Antje Heyn, Produktionsfirma: Protoplanet Studio, Bergen auf Rügen

Fördersumme: 15.000€       

Percy Cat freut sich auf einen entspannten Tag in CAT LAKE CITY; dem Katzen-Ferien-Paradies. Doch weder Aufblas-Flamingos noch Motorboote sind einfach zu handhaben und auch der Platz auf dem Badetuch ist nicht so gesichert, wie man denkt. Kann Percy Cat mit Zuversicht und Einfallsreichtum den Tag noch retten?

 

P05 – ULLI WEGNER – DER FILM

Dokumentarfilm

Regie: Heinz Brinkmann, Produktionsfirma: Brinkmann Media, Berlin

Fördersumme: 15.000€       

Ein Porträt des weltberühmten Boxtrainers Ulli Wegner, der seine Kindheit im vorpommerschen Penkun verbrachte und den es am Ende seiner Laufbahn wieder nach Vorpommern zieht. Im Film begleiten wir ihn auch zu seinen letzten Kämpfen und blicken zurück auf die Meilensteine seiner Karriere. Abgerundet durch Gespräche mit "seinen" Boxern, Freunden und Weggefährten wird aus Wegners Lebensgeschichte auch Zeitgeschichte.

 

P07 – #SITCOMOPERA – Minibar in 14 Episoden (AT)

Webserie

Regie: Stephan Böhme/ junge deutsche philharmonie e. V.

Produktionsfirma: junge norddeutsche philharmonie e. V., Berlin

Fördersumme: 7.000€         

In den 14 kurzen Episoden der Sitcom-Opera "Minibar" werden sehr gewöhnliche Protagonisten mit ihren noch gewöhnlicheren Alltagssorgen vorgestellt. Sie alle kehren in eine Bar – den einzigen Schauplatz der Webserie – ein, um dort erfolglos ihre Probleme zu bewältigen. Das Portrait unserer postmodernen Gesellschaft wird in einem innovativen Format zwischen Sitcom-Unterhaltung und Operndramatik gezeichnet.

 

P08 – KAHLSCHLAG

Spielfilm

Regie: Max Gleschinski, Produktionsfirma: Von Anfang Anders Filmproduktion GbR, Rostock

Fördersumme: 10.000€       

Manchmal, da heißt es eben "Kahlschlag" – mit kleinen Geschichten, Jagdmesser und Angelhaken. Die Geschichte zweier Freunde, ihrer großen Liebe und eines Angelausflugs, der verhängnisvoll enden muß. Ein tragisch-bis-absurder Thriller vor der Kulisse Nordwestmecklenburgs.

 

P12 – SCHÖNHEIT DER VERGÄNGLICHKEIT – Sven Marquardt

Dokumentarfilm

Regie: Annekatrin Hendel, Produktionsfirma: IT WORKS! Medien, Berlin

Fördersumme: 20.000€       

Sven Marquardt, der berühmteste Türsteher Europas, hat in der legendären Modeszene im Ostberlin der 80er schon die aufregendsten Fotografien und die Nacht zum Tag gemacht. Früher als Schwuler der Nacht in einschlägigen Bars, fast ohne Geld, aber mit einem großen Freiheitsgefühl, bewacht er heute eine der weltweit berühmtesten Party-Locations an der Tür des BERGHAIN.

Mit Anfang zwanzig gehörte er zur Crème de la Crème der sogenannten Prenzlauer-Berg-Boheme, einer Gruppe, die, wie er sagt, "ausschlafen konnte und wußte, warum". Mit meinem Film werden aber nicht nur die verschiedenen Parallelwelten in der Hauptstadt der DDR erzählt, und nicht nur vom Außenseiterleben als Punk in ständiger Auseinandersetzung mit der Mutter und den Staatsorganen. Der Film begegnet ihm und zwei seiner einstigen Modelle wieder, die er vor mehr als 30 Jahren fotografiert hat. In SCHÖNHEIT DER VERGÄNGLICCHKEIT zeigt sich die zarte, sensible Seite des Künstlers Sven Marquardt, "Eisenfresse" genannt. Und wie unterschiedlich "schräge Vögel", die individuellsten der Außenseiter, ihr Leben leben. Ob es nun VERGÄNGLICH ist und/ oder einfach nur SCHÖN.

 

P14 – LIED DER BÄUME

Kinder-Dokumentarfilm

Regie: Dieter Schumann, Produktionsfirma: Basthorster Filmmanufaktur

Fördersumme: 20.000€       

Ein poetischer Dokumentarfilm für Kinder, der uns auf eine teils reale, teils mystische Erkundungsreise durch den Wald mitnimmt. Ausgangspunkt ist die Legende vom verschollenen Peter, ein Junge, der vor langer Zeit beim Versteckspiel im Wald verschwunden ist. Auf unserer Waldwanderung treffen wir Menschen, die den Wald lieben, schon viel erfahren haben und immer weiter nach seinen tieferen Geheimnissen suchen. Die alte Wald-Ursel, die drei Rabauken Vincent, Florian und Ludwig, der Geschichtensammler Thomas Janscheck, der alte Glaskünstler Klaus Büchler, der junge Ganzkörper-Maskenbauer Tobias Reißner, der Nationalpark-Ranger Günter Seilmeyer. Der Film soll in Abgrenzung zu spektakulären und effektvollen Natur- Dokumentationen einen lebensnahen Zugang zum Wald für Kinder und Erwachsene ermöglichen.

 

Stoff- und Projektentwicklung

S06 – KINDER-IM – DIE ANGST VOR DER EIGENEN VERGANGENHEIT

Autorin: Wiebke Possehl, Co-Autorin: Kathrin Matern (Rostock)

Fördersumme: 10.000€       

Der Film erzählt, warum die Protagonisten zu Spitzeln wurden, warum sie Freunde und Familie denunziert haben: aus Überzeugung oder dem Ringen nach Anerkennung und Halt. Wir zeigen die Originalschauplätze von damals und wie das Leben der heutigen Mittvierziger im Netz des Überwachungsstaates funktioniert hat, warum sie heute immer noch mit dieser Angst leben.

 

S08 – FRANZENSBAD

Autor: Rolf-Peter Kahl (Penkun)

Fördersumme: 8.000€       

Franz, ein 15jähriges sorbisches Mädchen, lebt einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg in einem Spezialkinderheim in Plau am See in Mecklenburg und wird von ihrer Tante nach Bärenstein ins Erzgebirge geholt, wo die Wismut unter sowjetischer Kontrolle ein großes Uranbergbaugebiet betreibt. Hier kommt zur gleichen Zeit der 25jährige ehemalige U-Boot-Matrose Karl an, der seine Kriegsgefangenschaft durch den Einsatz als Kumpel unter Tage verkürzen kann. Auch Brigitte, eine 'Schreibende Arbeiterin' und eine mütterliche Freundin von Franz kommt für kurze Zeit ins Erzgebirge. Die Geschichten der drei verweben sich vor dem Hintergrund des 'wild West' der Wismutzeit im Erzgebirge in der jungen Republik DDR zu einem politischen Heimat-Abenteuerfilm.

 

Verleih, Vertrieb und Abspiel

V01 – Filme der Kulturellen Filmförderung beim 11. Filmfest Wismar 2017

Mecklenburg-Vorpommern Film e. V.

Fördersumme: 1.000€         

Das Augenmerk wird auf Filme gelegt, die vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurden. 21 Veranstaltungen werden insgesamt durchgeführt. Die Filmemacher und -macherinnen begleiten ihre Filme mit Filmgesprächen.

 

V02 – SehSterne aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem FiSH 2017

Institut für neue Medien gGmbH

Fördersumme: 750€

Die "SehSterne" haben sich als Rahmenprogramm des Festivals im StadtHafen Rostock etabliert. Seit 2008 werden im Rahmen des "SehSterne"-Programms Filme mit Regional- und Landesbezug präsentiert. FiSH lädt zu Premieren, Filmdiskussionen mit Machern und Experten ein. In den letzten Jahren haben die "SehSterne" immer mehr an Bedeutung als Experiment für neue Programmformate, für Fachaustausch und Communityevents und für neue Kooperationen gewonnen.

 

V04 – NEBEN DEN GLEISEN

Deutschfilm GmbH

Fördersumme: 3.000€         

Mitten auf dem Bahnhofsvorplatz in Boizenburg steht ein in die Jahre gekommener Kiosk, der von 5 bis 22 Uhr geöffnet hat. Mehrmals am Tag rauscht hier der ICE von Berlin nach Hamburg ohne Halt vorbei. Der Kiosk dient als Stammkneipe für Schichtarbeiter aus den Schlachthöfen, Arbeitslose, Taxifahrer und Rentner. Im Laufe des Jahres kommen am Bahnhof Tausende Flüchtlinge an, die ins nahegelegene Erstaufnahmelager wollen. Die Stammgäste, die normalerweise hier Bier trinken und Fußball schauen, fangen an, über Politik zu diskutieren und ihre eigene Situation zu reflektieren.

 

V05 – DEPORTATION CLASS

Hauke Wendler, PIER 53 Filmproduktion

Fördersumme: 3.000€         

Sogenannte Zuführkommandos von Polizei und Ausländer­behörden haben im vergangenen Jahr rund 25.000 Asylbewerber aus Deutschland abgeschoben. Doch was bedeutet eine Abschiebung eigentlich? Und was macht sie mit den Männern, Frauen und Kindern, die abgeschoben werden? Der 85minütige Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS (45-minütige TV-Fassung "Protokoll einer Abschiebung" erhielt gerade einen Grimme-Preis), zeichnet erstmals ein umfassendes Bild dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen. Nach monatelangen Recherchen bekamen die Regisseure die Möglichkeit, eine Sammelabschiebung zu filmen. Dabei wurden 200 Asylbewerber vom Flughafen Rostock-Laage nach Albanien ausgeflogen, in Anwesenheit des Innenministers von Mecklenburg-Vor­pommern. Bewegende Bilder, die in Deutschland so noch nicht zu sehen waren.

 

Gesamtfördersumme: 112.750€

Sitzung vom 14. November 2016

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 14. November 2016 in Wismar und gab in ihrer zweiten Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

P01 – "Prima Mallorca", Dokumentarfilm

Regie: Nana A. T. Rebhan I Fördersumme: 18.000€

Alfaville Produktion

Für 40 Langzeitarbeitslose aus Mecklenburg-Vorpommern wird Deutschlands beliebteste Ferieninsel zum Sprungbrett in eine Zukunft ohne Hartz IV: Zehn Wochen Betriebspraktikum zwischen Bettenburgen, Badegästen und Strandpartys sollten ihre Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt erhöhen, indem sie lernen, sich in einer fremden Umgebung zu beweisen und Neuem gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. Zuvor durften die Teilnehmer zehn Wochen lang Spanisch in ihrer Heimat lernen. Ein Projekt zur Reintegration von 40 Langzeitarbeitslosen aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem Ersten Arbeitsmarkt.

 

P06 – "TO B OR TO B FLAT", Dokumentarfilm

Regie: Viola Rusche I Fördersumme: 12.000€

Der belgische Komponist Boudewijn Bucknix (*1945) ist ein Postmoderner, der auf spielerische Weise mit der Musikgeschichte umgeht und dessen Musik sich der Vereinnahmung entzieht. Seine 1.001 Sonaten für Violine und Klavier, die jeweils kaum mehr als eine Minute dauern, spielen im Film eine Hauptrolle, die Nebenrollen übernehmen die Sonne Spaniens und der belgische Regen. "Warum ist meine Musik so einfach?", "Warum ist meine Musik so kompliziert?" Mit immer neuen Antworten auf diese beiden Fragen gibt Bucknix Einblick in seine künstlerische Haltung. Ein filmisches Portrait.

 

P08 – "NIEKLITZ 3.0 – Ein Zukunftsmodell", Dokumentarfilm

Regie: Martin Rohrbeck I Fördersumme: 18.000€

Martin Rohrbeck Filmproduktion

30 junge und ältere Leute kaufen im Sommer 2016 einen 18h großen Park bei Nieklitz in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Ziel: Eine zukunftsfähige Welt in Kleinformat, Natur, modernste Technik und soziales Leben als Einheit – vernetzt in einer internationalen Gemeinschaft. Erzählt von Jung und Alt.

 

P10 – "Colonna", Kurzspielfilm

Regie: Berthold Bock I Fördersumme: 6.500€

Moonfilm

Colonna, ein an der Küste zurückgezogen lebender Kunsthistoriker findet eines stürmischen Tages am Strand angeschwemmte Malereien und eine rätselhafte Schiffbrüchige, die seiner verstorbenen Ehefrau zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Malereien und die mysteriöse Unbekannte lassen ihn am Ende eine ewige Reise übers Meer antreten.

 

P11 – "Traumwischerei"

Regie: Gregor Eppinger I Fördersumme: 12.000€

Eppinger Film in Co-Produktion mit VIDIFilm, Polen

Traumwischerei ist ein Film über Lokadia, ihre Freundinnen und die unbekannte Welt des Putzens. Die Frauen kommen aus Westpommern, arbeiten als Haushaltshilfen und Putzfrauen. Sie sind hartnäckig, stark und lebenslustig, besondere Persönlichkeiten. Sie sehen sich nicht als Opfer, sie sind die Ernährerinnen, die das Familieneinkommen verdienen und die Kinder groß ziehen. Der Film zeigt auch die politische Dimension der Hausarbeit, ob bezahlt, oder unbezahlt, sie wurde immer schon unsichtbar von Frauen verrichtet. "Früher war mein Leben immer auf die Zukunft ausgerichtet. Kinder großziehen, Wohnung abzahlen, Auto abzahlen, Freizeit haben, große Liebe finden. Alles fand in der Zukunft statt, weil ich keine Gegenwart hatte. Das versuche ich gerade zu ändern." Leokadia Kujawa

 

S03 – "CAT LAKE CITY", Animation

Autorin: Antje Heyn I Fördersumme: 7.500€

Percy Cat freut sich auf einen entspannten Tag in CAT LAKE CITY; dem Katzen-Ferien-Paradies. Doch weder Aufblas-Flamingos noch Motorboote sind einfach zu handhaben und auch der Platz auf dem Badetuch ist nicht so gesichert, wie man denkt. Kann Percy Cat mit Zuversicht und Einfallsreichtum den Tag noch retten?

 

Stoff- und Projektentwicklung

S10 – "Tollwut", Spielfilm

Autor: Karsten Kranzusch I Fördersumme: 10.000€

Drei Freunde boxen sich durch ihr Leben und nehmen es mit allem auf, auch mit dem Tod. Dies ist ein Film über drei junge Erwachsene, deren Leben wiederholt auf die Probe gestellt wird. FUCHSER (26) versucht seine Familie vor dem eigenen Vater zu schützen. Sein Freund JOJO (24), der das Herz auf der Zunge trägt, bekommt genau deswegen Ärger und überlebt nur knapp eine Messerstecherei. Ihr gemeinsamer Kumpel BALLA (25) jedoch ist längst unheilbar erkrankt, er bittet die beiden um einen letzten dramatischen Freundschaftsdienst. Die Geschichte der drei Protagonisten spielt in Rostock, die Stadt ist aber nicht nur Kulisse, sondern gestalterische Lebenswelt, sie spielt eine eigene Rolle in diesem "Heimatfilm". Währenddessen versinkt der von allen geliebte FC Hansa unaufhaltsam in den Tiefen der Dritten Liga. In harten Kontrasten wird diese Geschichte erzählt, schwanken die Filmfiguren zwischen Freundschaft, Schicksalswillkür und roher Gewalt.

 

S16 – "Wie man ein Monster fängt", Kinderfilm

Autoren: Mark Sternkiker, Effi Sternkiker I Fördersumme: 5.000€

Weltenbummler Jojo ist auf der Suche nach einem richtigen Zuhause. Ein kleines Dorf in König Theodors Reich scheint dafür genau richtig zu sein. Doch die Bewohner wollen keine Fremden in ihrem Dorf wohnen lassen! Sie haben schließlich schon genug Probleme: Das Schreckliche Monster BARBAROS treibt hier sein Unwesen und verbreitet Angst und Schrecken. Aber Jojo fürchtet sich nicht und macht sich auf die Suche nach BARBAROS. Wird Jojo das Monster fangen können und endlich ein richtiges Zuhause finden?

 

S18 – "Goldrauschen", Spielfilm

Autor: Andreas Pieper I Fördersumme: 5.000€

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Ein alter Mann pflegt seinen schwerbehinderten Sohn und stößt dabei an seine Grenzen. Ein ambitionierter Arzt macht Hoffnung auf Medikamente in einer medizinischen Erststudie. Der Sohn träumt sich in der Enge einer MRT-Röhre immer wieder ans Meer. Einer Frau vor der Untersuchung nimmt er die Angst, indem er mit ihr das Gefühl der Weite teilt. Die beiden fahren nach dem Tod des Vaters an die Ostsee, um dessen Asche dem Meer zu übergeben. Das Mädchen lernt auf einer nächtlichen Fähre einen Fahrkartenkontrolleur kennen.

 

S20 – "Vor dem Vergessen", Dokumentarfilm

Autorin: Gundula Fasold I Fördersumme: 5.000€

Der traditionelle Volkstanz und die Niederdeutsche Sprache sind Zeugnisse einer eigenen kulturellen Identität in Mecklenburg-Vorpommern. Der Fall der Schranken in Europa läßt die Eigenheiten erodieren, sie wiederzuentdecken erfährt gerade an vielen Orten im Land eine Renaissance. Der Dokumentarfilm: "Vor dem Vergessen" beschäftigt sich mit dem Volkstanz und schaut auf eine Brücke zwischen Kulturgut und Sport, zwischen Alt und Jung.

 

Verleih, Vertrieb und Abspiel

V01 – "Als wir die Zukunft des Sozialismus waren"

missingFILMS Filmverleih, DVD-Vertriebsförderung I Fördersumme: 2.000€

Sieben Regisseure erinnern sich an ihre Kindheit und Jugend; an die 50er und die 60er Jahre in der DDR. Sie zeigen sich als neugierige, verwundbare Kinder und Jugendliche, sie leben in angepaßten oder widerständigen Familien. Einige nur noch in halben, weil sich der Vater in den Westen abgesetzt hat. Je nach familiärem Background wollen oder sollen sie das neue, bessere Deutschland mit aufbauen. Sie haben die Filmhochschule in Babelsberg absolviert, sie haben zusammen in den DEFA Studios gearbeitet; sie sind Kollegen geworden, Freunde – manche bis heute. Jetzt, mit ca. 60 Jahren gehen sie an die Orte ihrer Kindheit zurück, holen ihre Familienfotos und Filme von damals hervor, erinnern sich. Sieben sehr persönliche Episoden über Hoffnung und Zweifel, über Siegen und Scheitern.

 

V02 – Tournee mit Filmen der Kulturellen Filmförderung durch Mecklenburg-Vorpommern

Veranstalter: Landesverband Filmkommunikation M-V e. V. | Fördersumme: 7.000€

Tournee mit Filmen, die durch die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurden, durch Kulturelle Kinos und Filmklubs in Mecklenburg-Vorpommern. Das Programm wird gemeinsam mit der Kulturellen Filmförderung kuratiert. Das Hauptaugenmerk wird auf Filme gelegt, die einer besonderen Betreuung bedürfen. Die Filmemacher und Filmemacherinnen begleiten ihre Filme mit Filmgesprächen. Das filmkulturelle Netzwerk des Landesverbandes Filmkommunikation nutzt seine optimalen Möglichkeiten und bereichert damit das filmkulturelle Angebot, auch in der Fläche.

 

Gesamtsumme: 108.000€

 

Weitere Maßnahmen

Preisgeld für die jeweiligen Gewinner des Goldpreises im Wettbewerb JUNGER FILM beim FiSH – Festival im StadtHafen Rostock:

Goldpreis "Junger Film des Jahres" 2012: Jan Riesenbeck I Preisgeld: 5.000€

Goldpreis "Junger Film des Jahres" 2014: Friederike Hoppe I Preisgeld: 5.000€

Sitzung vom 21. April 2016

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 21. April 2016 in Wismar und gab in ihrer ersten Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

P04: Matthias Kopfmüller, Hanse TV: "Sehnsucht nach Neumecklenburg", Dokumentarfilm

Förderempfehlung:  20.000 €

Im Jahr 2016 stößt Peter von Oertzen – Sproß einer berühmten Mecklenburger Adelsfamilie – auf die vergessene Geschichte des Bismarck Archipels mit seinen beiden Inseln Neumecklenburg und Neupommern. Kurzerhand begibt er sich auf einen Trip in die Südsee. Auf der Reise in die Vergangenheit durchstreifen er und Sprachforscher Peter Maitz die beiden Inseln und entdecken dabei die letzten Deutschen in der Südsee, und ihre aussterbende Sprache - das geheimnisvolle "Unserdeutsch".

P06: Annekatrin Hendel, IT WORKS Medien: "Five Stars – Überleben im Grandhotel", Dokumentarfilm

Förderempfehlung:  10.000 €

Eine Frau, zu lebendig um zu sterben, eine Geldbörse, die sich nicht füllen läßt und ein Laptop, der eine tragende Rolle spielt. FIVE STARS (AT) ist ein filmisches Abenteuer, das aus dem engen Wirklichkeitsausschnitt von 30 Quadratmetern eines Grand Hotels am Meer von einer Freundschaft erzählt, die FACEBOOK überdauern wird. Selten ging es in neunzig Minuten Endaufnahmen so radikal persönlich ans Eingemachte wie in diesem Film.

P16: Gerd Kroske, Realistfilm: "Psycho RAF?", Dokumentarfilm

Förderempfehlung:  15.000 €

Dr. Huber begründete gemeinsam mit Patienten in Heidelberg im Jahr 1970 das "Sozialistisches Patientenkollektiv". Umstrittene Therapiemethoden, politisches Agitieren und der massive Zulauf an Patienten, die den herkömmlichen Psychiatriebehandlungen und der Ärzteschaft tief mißtrauten, sorgten für harte Auseinandersetzungen, die eine zunehmende Radikalisierung des SPK beschleunigte. Letztlich endete alles mit Verhaftungen, Aberkennung der Approbation und einer mehrjährigen Gefängnisstrafe. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, klebt seither an dem SPK. Die Frage, nach der vertanen Chance zur Selbstermächtigung von Patienten, ist davon überlagert. Der Film wird sich der unerzählten Geschichte des Deutschen Vorherbstes und seinen Folgen bis ins heute widmen. Eine Geschichte vom Irresein und Irrewerden, seiner öffentlichen Wahrnehmung und seiner (nicht) zwangsläufigen Gewalt.

P17: Holger Löwe, Rabauke Filmproduktion: "Fucking Identity", Kurz-Spielfilm

Förderempfehlung:  10.000 €

Zwei Jugendliche brechen in der Nacht in Gartenlauben ein. Das ist illegal und beunruhigend. Außerdem sind beide ausländischer Herkunft. Aber sie sind auch zwei Jugendliche voller Wünsche und Träume in ihrer Sturm- und Drangzeit. Sie wollen raus aus ihrem Plattenbaualltag, aus ihrem Sozialhilfeempfängermilieu und ein neues Leben beginnen. Sie sind in Deutschland geboren, aber können sich nicht deutsch fühlen, weil sie nicht so behandelt werden. Sie leiden unter Vorurteilen und Vorverurteilungen. So sind sie immer Teil einer Randgruppe. Alles wonach sie wirklich suchen, ist eine eigene Identität.

P18: Zora Rux, Fred Burle: "ICH ICH ICH", Spielfilm

Förderung:  5.000 €  (Preisgeld, Preisträger FiSH-Festival Rostock 2015)

Julian will Marie heiraten, aber sie ist nicht in der Lage, eine solche Entscheidung zu treffen. Um herauszufinden, wer sie wirklich ist und was sie wirklich will, fährt sie zum Landhaus ihrer Mutter. Aber sowohl Julian als auch alle ihre Geister – von Familie und Freunde bis auf ehemalige Liebhaber – kommen mit.

Das Preisgeld hat die Regisseurin Zora Rux im letzten Jahr beim FiSH-Festival im Stadthafen Rostock gewonnen, sie erhielt mit ihrem Film den Goldpreis im Wettbewerb.

P20: Johanna Huth, Julia Gechter: "Nach Parchim", Kurz-Dokumentarfilm

Förderempfehlung:  7.000 €

Der experimentelle Doku-Kurzfilm erzählt auf zwei Ebenen. Auf der Bildebene wird unkommentiert der Alltag einiger junger Flüchtlinge beschrieben – die Ankunft in der Unterkunft, Schlafengehen, Unterricht in der Willkommensklasse, Parchim als neues Zuhause. Auf der Tonebene erzählen Geflüchtete aus der Generation des 2. Weltkriegs, wie sie als Kinder und Jugendliche flüchteten und in Parchim ankamen. Unaufdringlich, aber deutlich entstehen Parallelen, aus denen der Zuschauer selbst Schlüsse ziehen darf.

 

Stoff- und Projektentwicklung

S01: Jochen Alexander Freydank: "Geisterschiff", Spielfilm

Förderempfehlung: 7.500 €

"Geisterschiff" ist die Geschichte zweier Polizisten in einer Stadt an der Ostseeküste. Mit einem gestrandeten Schiff kommt plötzlich die große Politik in diese Stadt. Das Verschwinden von drei Menschen vor einem halben Jahr und ein Attentat waren beinahe in Vergessenheit geraten, waren verdrängt worden. Die beiden Polizisten geraten in einen Fall, der ihre Vorstellungskraft übersteigt, der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschieben wird.

S02: Marie Haas: "Kowalski", Spielfilm

Förderempfehlung: 7.500 €

Bestatter Kowalski hat vor allem Angst. In den Augen seiner Familie ist er ein Versager. Als er als Doppelgänger eines toten Schlagerstars in die Schlagerbranche eintaucht, wird er über Nacht zum König der Hitparade – und seine kleine Welt gerät ziemlich aus den Fugen.

S11: Angela Gilges: "Frieder und die See", Spielfilm

Förderempfehlung: 7.500 €

Der chronisch saufende Frieder verliert seine Anstellung als dienstältester Rechtsmediziner Rostocks und macht sich auf den Weg, das Erbe seines frisch verstorbenen Vaters anzutreten: Der alte Hof am Stettiner Haff. Um sich den Gespenstern der Vergangenheit nicht auszusetzen, holt sich Frieder die einzige Vertraute ans Haff, die ihm noch geblieben ist, die langsam in die Jahre kommende polnische Prostituierte Majka. Gemeinsam gelingt ihnen für einen kurzen Moment so etwas wie Frieden – doch Frieder ahnt nicht, daß die Gespenster, die ihn jagen, lebendiger sind, als er es zu träumen wagt... Ein Film über Einsamkeit und Familie, Flucht und Heimkehr - und die See dazwischen...

S14: Susann Maria Hempel: "Die Wiedergänger", Experimentalfilm

Förderempfehlung: 7.500 €

Das Projekt ist die Fortsetzung eines Abschiedsfestes, das ein Dutzend "unbrauchbarer" (erwerbsloser) Personen im thüringischen Hinterland bereits gefeiert hat, und zwar bis zum Schluß: dem kollektiven Freitod. Mit der Wiederbelebung des Aberglaubens an die Unruhe der Selbstmörderseelen soll nun eine Wiedergänger-Wanderung entlang der Ostseeküste initiiert werden.

S15: Jörg Herrmann: "Hohe Kunst auf’s platte Land", Dokumentarfilm

Förderempfehlung: 5.000 €

Der einzige Museumsneubau der DDR, ausgerechnet im ländlich geprägten Norden der Republik, abstrakte Kunst im Herrschaftsbereich des "Sozialistischen Realismus", wachsende Publikumsresonanz abseits des kulturellen Mainstreams – die Aufzählung der Antagonisten ließe sich fortsetzen. Verbunden sind sie alle mit dem weißen, kubischen Bau am idyllischen Schwanenteich – der Rostocker Kunsthalle, in der seit knapp fünfzig Jahren, entgegen allen Widrigkeiten, die Kunst gefeiert wird.

 

Verleih, Vertrieb und Abspiel

V01: FilmLand gGmbH: "Präsentation von geförderten Filmen auf dem 26. filmkunstfest M-V vom 03. - 08.05.2016 in Schwerin"

Förderempfehlung: 1.000 €

Das FILMKUNSTFEST M-V veranstaltet Wettbewerbe um den jeweils besten Spiel- und Dokumentar- sowie Kurzfilm mit Beiträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ebenso gehören Programme mit Kinder- und Jugendfilmen und eine Werkschau als Hommage auf den Ehrenpreisträger zur Tradition. In jedem Jahr gibt es eine Auswahl aktueller Spielfilme aus einem Schwerpunktland, in 2016 ist dies Belgien. Unverzichtbar für viele Fans sind die Kurzfilmnacht, die Reihe "gedreht in MV" und die Specials des Landesstudios und Medienpartners NDR.

V02: Landesverband Filmkommunikation M-V e. V: "Osteuropäische Filme auf Tournee durch Kulturelle Kinos in Mecklenburg-Vorpommern"

Förderempfehlung: 3.000 €

Moderierte, von 1 bis max. 3 Filmemachern, Filmemacherinnen begleitete Filmtournee osteuropäischer Filme mit besonderem Fokus auf Polen durch ca. 10 kulturelle Kinos und Filmclubs in Mecklenburg-Vorpommern. Das Programm präsentiert eine Auswahl von osteuropäischen, vorwiegend polnischen Filmen aus mehreren Jahrzenten bis hin zu aktuellen Filmen, insbesondere Preisträgern auf Festivals mit thematischem Fokus auf den Wandel der Generationen und wie sich die Sicht im Film verändert hat.

V03: MV Film e. V.: "Präsentation von geförderten Filmen beim 10. Filmfest Wismar, dem Filmfestival der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern"

Förderempfehlung: 1.000 €

Beim Filmfest Wismar werden alljährlich die neuesten Filme mit Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern auf die große Leinwand gebracht, fast ausschließlich Filme, die von der Kulturellen Filmförderung des Landes gefördert wurden, hier gedreht wurden, von Filmschaffenden aus dem Land, über das Land, über seine Geschichte, Kurzfilme und Langfilme, Spielfilme, Dokumentationen, immer mit Gästen aus der Filmcrew. Das Filmfest Wismar ist die Leistungsschau der geförderten Filme.

Auf dem Programm stehen 2016 folgende Filme:

Alki, Alki von Axel Ranisch

Rabbi Wolff - Ein Gentleman vor dem Herrn von Britta Wauer

Parchim International von Stefan Eberlein und Manuel Fenn

Projekt A von Moritz Springer und Marcel Seehuber

Utbüxen kann keeneen, plattdeutsch, Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric

Landstück von Volker Koepp

Als wir die Zukunft waren. Sieben Geschichten aus einem verschwundenen Land (u.a. Hannes Schönemann aus Rerik)

Die Weite suchen von Falk Schuster

Chika, die Hündin im Ghetto von Sandra Schießl

fun_ambule von Lennart Langanki

NAUTILUS – Das Kinderfilmfest Mecklenburg-Vorpommern zeigt Beiträge von Kids bis 12 Jahren, mit einem Kurzfilmprogramm in mehreren Filmblöcken. Den Kindern wird eine Präsentationsplattform im Kinosaal vor Publikum unter Festivalbedingungen geboten. Parallel kann man sich an allen Tagen in der Medienwerkstatt auf dem Filmfestgelände ausprobieren. 

Sitzung vom 17. November 2015

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 17. November 2015 in Wismar und gab in ihrer zweiten Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

P01: "Ins Blaue", Dokumentarfilm

Regie: Lih Janowitz | Fördersumme: 20.000 €

Schmieden, schweißen, flexen. Sprühende Funken. Seen, Wiesen, Wälder. Eine Künstlerin in Mecklenburg, die sich einmischt und überzeugt. Dieser Film will erzählen, was möglich ist, wenn Menschen Visionen haben und ein Leben entwickeln, wie wir es eigentlich wollen. Es geht um Takwe Kaenders, die sich dem Effizienzstreben unserer Zeit eigenwillig widersetzt. Mit ihren Aktivitäten, ihrem Charisma und ihrem Humor schaut sie augenzwinkernd von der Leinwand herab und verheißt uns ein anderes Leben - wenn wir etwas dafür tun.

 

P03: "Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint", Dokumentarfilm

Regie: Halina Dyrschka | Fördersumme: 28.000 €

Ambrosia Film

Wie kann es sein, daß eine Frau Anfang des 20. Jahrhunderts die abstrakte Malerei begründet und niemand nimmt Notiz? Verkannt und verschwiegen, erschüttert Hilma af Klint die Kunstwelt mit ihrem überwältigenden Werk. "Jenseits des Sichtbaren" ist die Geschichte der verschwiegenen Pionierin der Abstraktion, der man weiterhin ihren gebührenden Platz in der Kunst verwehren will.


P04: "An der Bruchkante", Dokumentarfilm

Regie: Anne Andersen | Fördersumme: 25.000

Anne Andersen Film

Über einen längeren Zeitraum begleiten wir Imker in ihrem Arbeitsalltag. "Von den Bienen aus" scheinen Themen auf wie: Landflucht, sterbende Dörfer, Kreativität junger Landbewohner, Parallelwelten der Ökotouristen, Biker, Landgrabber, Städter, die das Landidyll suchen, Wölfe..., alles aus der Perspektive derer, die genau wie die Bienen, um ihr Leben kämpfen müssen. Überlebenskultur in Mecklenburg-Vorpommern.


P07: "ÜBER LEBEN IN DEMMIN", Dokumentarfilm

Regie: Martin Farkas | Fördersumme: 25.000

IT WORKS! medien GmbH

Demmin 8. Mai - Neonazis werden sich wie jedes Jahr zu einem "Trauermarsch" versammeln. Stunden vorher erlebt man die Stadt wartend, schweigend, so wie sie vor 70 Jahren nach der Flucht der Nazis auf das Eintreffen der sowjetischen Armee wartete. Der Film blickt zurück auf eine der größten Massenselbsttötungen in der deutschen Geschichte. Und vor allem darauf, wie eine vermeintlich längst vergangene Traumatisierung in ihren Folgen über mehrere Generationen weitergegeben wird – bis heute.

 

P08: "Die Spuren der Arbeit", Dokumentarfilm

Regie: Kai Voigtländer | Fördersumme: 15.000

Hoferichter&Jacobs

Die DDR behauptete jahrelang, dass sie eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt sei. Die Industrie stand im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Interessen. 2.8 Millionen Menschen - ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung - arbeitete dort. Die Industriekultur Mecklenburg- Vorpommern ist eine Kultur, die Architektur, Produkte und Biografien prägt und von ihnen erzählt. Die Dokumentation: „Spuren der Arbeit“ will erzählen, wie in 60 Jahren so eine umfangreiche Industrielandschaft entstehen und wieder vergehen konnte.

 

Verleih-, Vertrieb und Abspiel

V01: "Rettung in letzter Minute – Schloß Bothmer und seine wechselvolle Geschichte", Dokumentarfilm

Regie: Claudia und Günther Wallbrecht | Fördersumme: 4.000

www-media

Schloß Bothmer in Nordwestmecklenburg, 1732 vollendet, Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer ließ dieses einzigartige und elegante Ensemble erbauen und hat es doch selbst nie gesehen. Im Jahr 2008 wird das Land Mecklenburg-Vorpommern neue Eigentümerin des Bothmerschen Anwesens und fast 300 Jahre später wird das einstige Märchenschloß als Museum wieder eröffnet. Die faszinierende Langzeitbeobachtung begleitet sieben Jahre lang das Auf und Ab der Restaurierungsarbeiten, die Familie von Bothmer kommt zu Wort und jene Menschen die aus unterschiedlichsten Gründen mit dem Schloß und seiner Geschichte verbunden sind. Eine Geschichte, in der barocke Ornamente auf DDR-Tapeten treffen und historische Baukunst auf PVC-Böden.


V04: "Utbüxen kann keeneen", Dokumentarfilm

Regie: Gisela Tuchtenhagen, Margot Neubert-Maric | Fördersumme: 3.000

Utbüxen Filmproduktion

"Wenn du Plattdütsch snakken kannst, bekummst du glieks een ganz anderett Tovertruen to de Minschen."(Wenn du plattdeutsch sprechen kannst, bekommst du sofort ein ganz anderes Vertrauen zu den Menschen.) Und damit haben die beiden Regisseurinnen in ihrem plattdeutschen Dokumentarfilm über Sitten und Gebräuche im Umgang mit dem Tod und den Toten, altes Handwerk, den Wandel in der Trauerkultur, die norddeutsche Landschaft und vor allem um die Menschen, ihr Leben und ihre Sprache, realisiert. Sie haben Tischlermeister, Sargtischler, Bestatter, Totengräber, Sargträger, Totenbitter, Hebamme und Totenfrau besucht für die der Tod Alltag ist, aber doch immer was Besonderes geblieben ist. Die Protagonisten hat der Umgang mit dem Tod in dörflicher und familiärer Gemeinschaft von Kindheit an geprägt. Plattdeutsch ist ihre Muttersprache, in der sie ungehemmt formulieren, präzise, knapp und ungeschminkt beschreiben können. In Mecklenburg-Vorpommern waren Sie bei Tischlermeister Heinrich Warnk aus Woosmer (bei Vielank, Kreis Ludwigslust).

Sitzung vom 1. April 2015

Die Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagte am 1. April 2015 in Wismar und gab in ihrer ersten Fördersitzung in diesem Jahr Empfehlungen in den Bereichen Produktion, Stoff- und Projektentwicklung und Verleih, Vertrieb, Abspiel ab. Die Zustimmung erfolgt vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes und der Zustimmung durch den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

 

Produktion

"Der letzte Jolly Boy", Dokumentarfilm

Regie: Hans Erich Viet | Fördersumme: 20.000.-- €

Viet – Filmproduktion

Dokumentarisches Roadmovie mit dem 94-jährigen Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum. Als einziger seiner großen Familie überlebte er die Ghettozeit in Bedzin bzw. die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Sachsenhausen sowie den berüchtigten Todesmarsch nach Schwerin. Dort wurde er im April 1945 von amerikanischen Soldaten befreit. Zum Titel des Films – Leon Schwarzbaum war mit drei anderen Jungs in seiner Jugend Sänger der "Jolly Boys".

 

"Landstück", Dokumentarfilm

Regie: Volker Koepp | Fördersumme: 9.000.-- €

Vineta Film

"Landstück" wird im Nordosten Deutschlands und in der polnischen Region Pomorze gedreht. Der Film erzählt von der Umgestaltung der Landschaft im Zeichen von Energiewende und Agrarindustrie. Geschichten von Bauern, Umweltschützern, Investoren, Einheimischen und Zugezogenen. Erinnerung und Gegenwart.

 

"BILDER MEINES VATERS", Essayistischer Dokumentarfilm

Regie: Andreas Goldstein | Fördersumme: 10.000.-- €

Ma.ja.de Filmproduktions GmbH

BILDER MEINES VATERS ist ein essayistischer Dokumentarfilm, getragen von einer subjektiven Erzählung. Andreas Goldstein erzählt in der Auseinandersetzung mit den Bildern, die sein Vater Klaus Gysi von sich selbst entwarf, die andere von ihm zeichneten und zuletzt jenen, die im Sohn selbst verhaftet sind, die vielschichtige Biographie eines Parteifunktionärs. Die Betrachtung des Vaters ist zugleich eine Betrachtung eines untergegangenen Landes.

 

"Bridge mit Molotow", Dokumentarfilm

Regie: Jens Becker | Fördersumme: 20.000.-- €

ELEMAG PICTURES

Die Lebensgeschichte von Siegried Wanka ist eine Jahrhundertbiographie: Flakhelfer, SED-Funktionär; Stasi-Agent, Dolmetscher, Waffenhändler. Ein Überlebenskünstler? Wer ist dieser Mann wirklich?

 

"Gräten und Knochen", Modernes Märchen

Regie: Andreas Ehrig | Fördersumme: 8.000.-- €

Morphium Film

In "Gräten und Knochen" wird das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" ins moderne Mecklenburg, in die Welt von Schönheits- und Schlankheitswahn transportiert. Anhand eines jungen Soap-Sternchens, das den Wünschen des Grimmschen Butts verfällt, wird der Frage "Wann rächt sich die Maßlosigkeit der Generation Schönheits-OP?" nachgegangen.

 

"Born for Korn", Dokumentarfilm

Regie: Elmar Szücs | Fördersumme: 10.000.-- €

Middleton & Heesch GbR

"Born for Korn" begleitet den jungen Landwirt Arne Sieck (20) aus Schleswig-Holstein über den Verlauf eines Jahres von der Saat bis zur Ernte auf seinem in 6. Generation betriebenen Bauernhof. Der Film erzählt vom Aufwachsen auf dem Land, von der Verbundenheit zur Region, von jugendlichem Übermut und Leid, vom Erwachsenwerden, von ungewisser Zukunft, von großen Investitionen und von der Fahrt mit dem Trecker zur Disko, von Heimat. "Born for Korn" zeigt ein positives, aber auch ein bedrohtes Beispiel von dem Leben auf dem Land, eine Antithese zur industriellen Landwirtschaft und entvölkerten Dörfern.

 

Stoff- und Projektentwicklung

"Rote Sterne überm Feld", Essay-Thriller

Laura Laabs | Fördersumme: 7.500.-- €

Ein Skelett wird aus dem Mecklenburger Moor gezogen. Wie es dorthin kam und vor allem wann – vor 10, 50 oder 100 Jahren – ist unklar. Es entspinnt sich ein "whodunnit"-Fall in vier Jahreszeiten und Akten, in denen das letzte deutsche Jahrhundert im Heute eines Landstrichs und seiner Bewohner aufscheint. Und über dem Acker schwebt der Engel der Geschichte.

 

"Nackt über Berlin", Psychothriller

Sehr gute Filme GmbH | Fördersumme: 7.500.-- €

Lebemann Thomas (50) wird in seiner Wohnung gefangengenommen. Doch von wem? Er begibt sich auf eine Reise durch sein Leben auf der schmerzhaften Suche nach seinem Entführer und dem Motiv für diesen Rachefeldzug. Ausnahmsweise nicht lustig.

 

Verleih-, Vertrieb- und Abspiel

Verschiedene Filmfestivals in MV: Fördersumme: 3.000.-- €

Zur Präsentation von geförderten Filmen der Kulturellen Filmförderung MV auf Filmfestivals in MV im Jahr 2015.

 

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